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170.000 offene Stellen: Wirtschaftsbund sieht Auftrag für weitere Entlastung

Richtige Rahmenbedingungen für ausreichend Mitarbeiter fordert der Wirtschaftsbund. Laut Stellenmonitor sind aktuell nahezu 170.000 Stellen offen. Foto: istock/JazzIRT

Eine hohe Zahl offener Stellen steht den aktuellen Arbeitslosenzahlen gegenüber. Der Wirtschaftsbund-Stellenmonitor für Juli weist 168.628 offene Stellen aus. Für Wirtschaftsbund-Generalsekretärin Tanja Graf ist das nach der bereits beschlossenen Lohnnebenkostensenkung ein Auftrag für weitere Entlastungsschritte.

 

Für Graf sind ausreichend Arbeitskräfte „entscheidend“

„Hinter jeder einzelnen Stelle steht ein Betrieb, der ausbilden, wachsen und Wertschöpfung schaffen will“, betont Graf in einer Reaktion am Montag. Gerade in den Sommermonaten zeige sich, „wie entscheidend ausreichend Arbeitskräfte für einen funktionierenden Wirtschaftsstandort sind“.

Vor allem im Tourismus, in der Gastronomie und bei regionalen Dienstleistungsbetrieben sei die Sommersaison „ein wirtschaftlicher Praxistest“, so die Generalsekretärin. Die Betriebe sicherten Beschäftigung in den Regionen und tragen dazu bei, dass Österreich als Urlaubsland attraktiv bleibe. Dafür würden Betriebe ausreichend Mitarbeiter benötigen „sowie Rahmenbedingungen, die Beschäftigung erleichtern, statt sie weiter zu verteuern“.

 

Graf warnt vor Kostenverschiebung für Wirtschaft

Die Senkung der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt sei daher ein wichtiger Schritt – die Entlastung müsse aber „bei den Betrieben tatsächlich ankommen“, mahnt Graf. Es dürfe nicht passieren, „dass ein Prozentpunkt gesenkt und die Belastung an anderer Stelle wieder erhöht wird“. Eine bloße Kostenverschiebung helfe „weder den Unternehmen noch dem Arbeitsmarkt“.

Begleitend brauche es einen konsequenten Bürokratieabbau. Gerade in der touristischen Hochsaison müssten sich Unternehmer „auf ihre Gäste, ihre Beschäftigten und den laufenden Betrieb konzentrieren können, statt auf immer neue Melde-, Dokumentations- und Berichtspflichten“. Bürokratieabbau sei „kein Nebenthema, sondern eine konkrete Wachstums- und Beschäftigungsmaßnahme“, so Graf. Aus offenen Stellen müssten rasch besetzte Arbeitsplätze werden: „Ein erfolgreicher Sommer darf nicht an hausgemachten Standortbremsen scheitern.“