Innenpolitik

Minus 59 Prozent: Strategische Gasreserve wird deutlich billiger

Auch im Gasspeicher Haidach füllen sich die Pegelstände der strategischen Gasreserven. Foto: RAG / steve.haider.com

Die Speicherung der strategischen Gasreserve Österreichs wird für die kommenden beiden Speicherjahre deutlich günstiger. Für die Speicherjahre 2027/28 und 2028/29 betragen die jährlichen Kosten jeweils 38,75 Millionen Euro, nach 94 Millionen Euro im laufenden Speicherjahr 2026/27. Das entspricht einer Reduktion um rund 59 Prozent. Statt der ursprünglich im Budget veranschlagten 234 Millionen Euro belaufen sich die Gesamtkosten für die beiden Jahre damit auf 77,5 Millionen Euro. Die Reserve ist bis 1. April 2029 gesichert.

 

Möglich wurde die Kostensenkung nach Angaben des Wirtschafts- und Energieministeriums am Montagmorgen durch neue Vorgaben für die Ausschreibung und ein eigens auf die strategische Gasreserve zugeschnittenes Speicherprodukt. Verstärkt wurde der Effekt durch die aktuell günstigere Marktlage und stärkeren Wettbewerb zwischen den Speicherunternehmen.

 

Hattmannsdorfer sieht langfristige Gasversorgung abgesichert

„Mit neuen Ausschreibungsbedingungen und einem eigens auf die strategische Gasreserve zugeschnittenen Speicherprodukt ist es gelungen, die jährlichen Kosten auf rund ein Drittel zu senken”, erklärte Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer in einer Aussendung des Ministeriums. Damit sichere man „die Gasversorgung Österreichs langfristig ab” und gehe „gleichzeitig sparsam mit Steuergeld um”. Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner betont, Österreich verfüge mit seinen großen Speicherkapazitäten und der Reserve „über eine starke Absicherung für Krisensituationen”. Dass man diese Versorgungssicherheit „nun zu deutlich geringeren Kosten gewährleisten” könne, sei „ein sehr gutes Ergebnis”.

 

Produkt gezielt auf die Gasreserve zugeschnitten

Für die neue Ausschreibung gab das Ministerium Produkteigenschaften vor, die speziell auf die Funktion der Reserve abgestimmt sind. Da die Gasmengen langfristig für den Krisenfall vorgehalten werden, wurde auf die zusätzliche Buchung von Ein- und Ausspeicherkapazitäten verzichtet – das senkte die Kosten, ohne die Funktion einzuschränken. Zudem wurden die Bedingungen so gestaltet, dass ein wirksamer Wettbewerb zwischen den Speicherunternehmen möglich war. Auch die derzeit geringere Nachfrage nach Speicherkapazitäten wirkte preisdämpfend. Verantwortlich für die Speicherung ist die Austrian Strategic Gas Storage Management GmbH (ASGM).

 

Speicher übersteigen den Jahresverbrauch

Im europäischen Vergleich verfügt Österreich über besonders große Gasspeicherkapazitäten: Die heimischen Speicher können mehr Gas aufnehmen, als das Land in einem Jahr verbraucht. Aktuell sind sie zu rund 67 Prozent gefüllt, was rund 87 Prozent eines Jahresverbrauchs entspricht. Zum Vergleich: In Deutschland entsprechen die gesamten Speicherkapazitäten nur rund einem Viertel des jährlichen Verbrauchs.

 

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