Studie gibt Einblick in die Bedürfnisse von Familien. Foto: iStock/ amriphoto

Die Familien bekommen mehr Geld und es gab weniger Scheidungen. Diese Erkenntnisse liefert der Report „Familien in Zahlen 2021“. Der Report ist ist eine jährliche Studie des österreichischen Instituts für Familienforschung. Dieses Jahr liegt der Fokus auf den Auswirkungen von Corona auf Familien, im speziellen das Jahr 2020. Zusätzlich wird eine Bilanz über letzte Dekade (2010-2020) gezogen.

 

Report hilft, Politik „bei den Bedürfnissen der Menschen anzusetzen“

Einen positiven Erkenntnisgewinn zieht Familienministerin Susanne Raab aus den Zahlen des Familienreports. Dieser zeige ausführlich, wie Familien in Österreich leben und welche Trends sich etablieren würden. „Die Ergebnisse helfen uns, unsere Politik bei den Bedürfnissen der Menschen anzusetzen“, so Raab weiter.

„Besonders im Bereich der Kinderbildung und -betreuung hat sich der Bund erst kürzlich klar dafür ausgesprochen, die Länder mit noch mehr finanziellen Mitteln zu unterstützen, um Kinderbetreuung weiter auszubauen“, sieht Raab ihre bisherige Arbeit und die der Regierung durch den Report bestätigt.

 

Die Erkenntnisse aus dem „Coronajahr“ 2020:

  • Weniger Hochzeiten während Corona: Im Coronajahr 2020 ging die Anzahl der Eheschließungen im Vergleich zum Vorjahr um 13,8% bundesweit zurück.
  • Weniger Scheidungen während Corona: Scheidungen gingen zurück. Die Gesamtscheidungsrate sank von 40,7% im Jahr 2019 auf 37,6% 2020.
  • Rekord bei Kinderbetreuung: Bei der Kinderbetreuung wurde 2020/21 ein Höchststand an institutionell betreuten Kindern verzeichnet.
  • Mehr Geld durch Familienbeihilfe: Die Ausgaben für die Familienbeihilfe sind 2020 um 21% gestiegen. Ein Grund dafür ist die coronabezogene Einmalzahlung in Form des Kinderbonus, für die 656 Mio. Euro aufgewendet wurden.

 

Die Trends bei Familien in der Dekade 2010 – 2020:

  • Frauen bekommen immer später ihre Kinder: Zwischen 2010 und 2020 ist das durchschnittliche Alter einer Frau bei der ersten Geburt gestiegen ist. (2010: 28,5 Jahre / 2020: 30,0 Jahre) Das ist das höchste durchschnittliche Alter bei Erstgeburten seit Beginn der Aufzeichnung.
  • Die meisten Kinder haben verheiratete Eltern: Die meisten Kinder unter 15 Jahren wachsen bei Eltern auf, die verheiratet sind oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben. Man sieht jedoch einen leichten Rückgang. (2010: 72,8 % / 2020: 72,8 %)
  • Weniger Alleinerziehende: Die Anzahl der Alleinerziehenden mit Kindern unter 15 Jahren ist zwischen 2010 und 2020 um 7,6% zurückgegangen.
  • Der Anteil aktiv erwerbstätiger 25- bis 49-jähriger Frauen mit Kindern unter 15 Jahren ist zwischen 2010 und 2020 um 2,5 Prozentpunkte gestiegen. Der Anteil der erwerbstätigen Väter ist höher als der der erwerbstätigen Mütter, sinkt im Jahresverlauf) (2010: 27,1 % mehr / 2020: 23,9 % mehr).
  • Bei der Teilzeitarbeit sind die Werte ebenfalls leicht gestiegen. So ist die Teilzeitquote der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren um 4,6 Prozentpunkte gestiegen. Die Teilzeitquote erwerbstätiger Väter ist um 2,7 Prozentpunkte gestiegen. Allerdings ist ein viel größerer Anteil an Müttern Teilzeit erwerbstätig (75,5%) als Väter (8,3%).
  • Deutlich mehr Kinderbetreuung: Bei der Kinderbetreuungsquote konnte man in der letzten Dekade einen starken Anstieg bei den Kindern unter 3 Jahren sehen. (2010: 19 % / 2020: 29,9 %)