Österreich – Land und Leute kämpfen um den Sommer

Foto: iStock/mh-fotos
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Die Bundesregierung und die Länder pflastern Österreichs Weg aus der Corona-Epidemie: Die Kapazitäten für das Testen und die Impfungen bleiben aufrecht, werden teils ausgebaut. Nur so lassen sich Arbeitsplätze erhalten, Urlaube vornehmen und die Sommersaison abwickeln. 

 

Österreich testet – EU-Spitze

Das Testangebot, dass in Österreich zur Verfügung gestellt wird, ist seit Beginn der Pandemie weltweit im Spitzenfeld, was Kapazitäten und durchgeführte Tests angeht.

Im EU-Vergleich liegt Österreich bei den Tests auf den vorderen Plätzen. So konnten im Land früher und effektiver Öffnungsschritte gesetzt werden. Mit der umfassenden Teststrategie konnten und können Cluster erkannt und verhindert sowie weitere Ansteckungen eingedämmt werden.

Waren es zu Beginn der Pandemie die Massentests in den landesweiten Testzentren, sind es nun flächendeckend ausgerollte PCR-Testangebote, wie etwa in Oberösterreich, Tirol oder Wien.

 

Testangebot wird laufend optimiert

Dieses Testangebot wird stetig ausgebaut und optimiert, um sicherzustellen, dass auch nicht genesene oder nicht geimpfte Personen eines der „3G“ erfüllen und somit die Öffnungen nutzen können.

Dennoch gilt der Fokus in der Pandemiebekämpfung dem Impfen, da die Tests nach Expertenmeinung alleine keine Dauerlösung darstellen. Nichts schützt besser vor einem schweren Krankheitsverlauf als die Impfung, deswegen gilt es weiterhin eine möglichst hohe Durchimpfungsrate zu erreichen.

Einen Überblick zu den Testangeboten finden Sie hier.

 

Österreich impft

Um die größte Gesundheitskrise bewältigen zu können, müssen sich möglichst viele Österreicherinnen und Österreicher impfen lassen. Dazu wurde die überparteiliche Initiative „Österreich impft“ geschaffen, auf der medizinisch fundiert über die Impfung informiert wird. Die österreichische Impfkampagnen befindet sich derzeit in Phase drei, in der jede Person in Österreich freiwillig und gratis eine Impfung erhalten kann.

Für eine Impfung muss nur die Sozialversicherungsnummer bekannt gegeben werden und eine Aufklärungs- und Einwilligungserklärung unterschrieben werden. Die Impfung wird dann elektronisch und gegebenenfalls auch im Impfpass erfasst.

 

Europäische Modellregion Schwaz

Mit dem Tiroler Bezirk Schwaz hatte Österreich bereits im März auch die erste europäische Modellregion zur Durchimpfung der Bevölkerung. Dabei wurden rund 100.000 zusätzliche Impfdosen für die Durchimpfung des Bezirks von der EU zur Verfügung gestellt.

 

Bezirkshauptstadt Schwaz - Foto: iStock/kiev4

Bezirkshauptstadt Schwaz – Foto: iStock/kiev4

Impfen ohne Termin

Mittlerweile ist es möglich, sich ohne eine vorherige Terminvereinbarung impfen zu lassen. Etwa in Tirol wurde am vergangenen Freitag und Samstag die Möglichkeit zur Erstimpfung ohne Termin in zahlreichen Impfzentren geschaffen. Die Möglichkeit der Zweitimpfung ohne Termin wird nun ebenfalls angeboten, berichtete etwa die Tiroler Tageszeitung.

Weitere Informationen zu den Impfmöglichkeiten in den Bundesländern bietet die Homepage des Öffentlichen Gesundheitsportals Österreich.

 

Impfschutz der Bevölkerung

Derzeit haben 5,2 Millionen Menschen, das sind 66 % der impfbaren Bevölkerung im Alter von über 12 Jahren, laut Gesundheitsministerium zumindest eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Von diesen haben 4,2 Millionen Menschen – 55 % Prozent – einen vollständigen Impfschutz, heißt es auf dem Dashboard des Gesundheitsministeriums. Dieser zufolge wird in Österreich gegenwärtig alle 1,6 Sekunden eine Impfung verabreicht.

Laut Gesundheitsministerium wurden bisher aus dem EU-Kontingent 10,2 Millionen Impfdosen geliefert und 9,3 Millionen Impfdosen verabreicht. Im dritten Quartal wird die Lieferung von 1,1 Millionen weiteren Impfdosen erwartet.

Im Vergleich der Bundesländer weist bei den Erstimpfungen das Burgenland mit 65 % die höchste Rate auf, Oberösterreich mit 54 % die niedrigste. Der Anteil an vollimmunisierten Personen ist im Burgenland mit 54 % am höchsten, in Tirol mit 46 % am niedrigsten.

Ärztinnen und Ärzte werden in Ordinationen wie die Apotheken in den nächsten Tagen ebenfalls kostenlose PCR-Tests anbieten. Dies wurde laut Ärztekammer mit dem Gesundheitsministerium und den Sozialversicherungen vereinbart. Bereits in den nächsten Tagen sollen die unentgeltlichen PCR-Tests in den Ordinationen zur Verfügung stehen.

 

Foto: iStock/ Aja Koska

66 % der impfbaren Bevölkerung haben bereits eine Corona-Schutzimpfung erhalten – Foto: iStock/ Aja Koska

Europaweite Absprachen über Kontrollen

Um die Kontrollen etwa von Impfungen in Europa zu vereinfachen, sollten die Länder laut Europäischer Kommission Absprachen treffen. Die Kontrollen sollten nicht auf mehrere Akteure verteilt werden. Die Länder sollten absprechen, wer für die Kontrolle von Impfzertifikaten zuständig ist. Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einer neuen Form des Nachweises von Tests, Impfungen und Genesungen. Derzeit werden von den EU-Staaten dazu 15 verschiedene Formen der Kontrolle angeboten.