Mehr Geld im Börsel bringt die Abschaffung der Kalten Progression. Eine Maßnahme, die mit 1.1.2023 in Kraft tritt. Foto: istock / Alihan Usullu

Die Kalte Progression, über Jahrzehnte innenpolitisches Streitthema, wird mit 1. Jänner 2023 abgeschafft. Was sich die Menschen vom Ende dieser schleichenden Steuererhöhung erwarten, zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFDD im Auftrag von Zur-Sache.

 

Klare Mehrheit sagt: wichtige Maßnahme

Gefragt ob die Abschaffung der Kalten Progression eine wichtige Maßnahme ist, spricht sich eine klare Mehrheit von 78 Prozent mit „Ja“ aus. 6 Prozent finden die Abschaffung nicht wichtig, weitere 9 haben davon noch nie gehört und 7 Prozent wollten keine Angabe machen.

 

Fast 80 Prozent der Befragten finden die Abschaffung der Kalten Progression als wichtige Maßnahme. Grafik: Zur-Sache

Fast 80 Prozent der Befragten finden die Abschaffung der Kalten Progression als wichtige Maßnahme. Grafik: Zur-Sache; Quelle IfDD

 

Eine besonders wichtige Maßnahme ist das Ende der Kalten Progression für die deklarierten Wählerinnen und Wähler der Neos (86 Prozent) sowie ÖVP und Grüne mit jeweils 83 Prozent.

Der hohe Zuspruch zieht sich durch alle Bevölkerungsgruppen. Bei Personen mit Maturaabschluss erreicht die Meinung, dass es eine wichtige Maßnahme ist, mit 88 Prozent einen Höchstwert – aber auch drei von vier befragten Personen ohne Matura finden die Abschaffung der Kalten Progression als wichtige Maßnahme. Den geringsten Wert, aber immer noch mit 65 Prozent sehr hoch, weist die Gruppe der Befragten im Alter von unter 30 Jahren vor.

 

Hohe Erwartungshaltung für persönliche Entlastung

Einher mit der Wichtigkeit der Maßnahme geht auch die hohe Erwartungshaltung der Bevölkerung, direkt von der Abschaffung der Kalten Progression zu profitieren. Auch wenn mit etwas geringerer Zustimmen rechnen dennoch insgesamt 58 Prozent der Befragten durch die Abschaffung der Kalten Progression eine persönliche Entlastung. Genau ein Drittel erwartet sich keine Entlastung. 9 Prozent wollten keine Angabe machen.

 

58 Prozent der 800 Befragten glauben persönlich von der Abschaffung der Kalten Progression zu profitieren. Grafik: Zur-Sache

58 Prozent der 800 Befragten glauben persönlich von der Abschaffung der Kalten Progression zu profitieren. Grafik: Zur-Sache; Quelle: IfDD

Nach Wahlverhalten aufgeschlüsselt ist die Erwartung nach einer persönlichen Entlastung bei den Wählern der beiden Regierungsparteien am höchsten. Grüne: 73 Prozent und ÖVP mit 61 Prozent. Von den Neos-Wählern erwarten sich lediglich 40 Prozent eine persönliche Entlastung.

 

Aus für Kalte Progression: Menschen am Land erwarten eher Entlastung als Städter

Eine größere Kluft zeigt sich bei der Aufschlüsselung der Befragten, die am Land oder in der Stadt leben. Menschen am Land (Laut Umfrageinstitut: Befragte in Gemeinden bis zu einer Größe von 5.000 Einwohnern) rechnen besonders mit einer direkten persönlichen Entlastung durch die Beseitigung der jährlich schleichenden Steuererhöhung. 71 Prozent der Befragten am Land sind davon überzeugt, während nicht einmal die Hälfte der Befragte aus Städten an eine Entlastung glaubt (46 Prozent).

 

Befragte, die am Land leben, haben eine deutlich höhere Erwartung, persönlich von der Abschaffung der Kalten Progression entlastet zu werden, als Menschen, die in der Stadt leben. Grafik: Zur-Sache

Befragte, die am Land leben, haben eine deutlich höhere Erwartung, persönlich von der Abschaffung der Kalten Progression entlastet zu werden, als Menschen, die in der Stadt leben. Grafik: Zur-Sache; Quelle: IfDD

Ende der Kalten Progression als Teil der Entlastungen

Die Regierung setzt im Rahmen des 3. Anti-Teuerungspaketes auf einen Mix aus raschen Einmalzahlungen und langfristigen Änderungen. Dabei wird auch die lang diskutierte Kalte Progression mit 1.1.2023 abgeschafft. Zur-Sache berichtete.

 

Zur Umfrage:

Durchgeführt vom Institut für Demoskopie & Datenanalyse (IFDD) im Auftrag vom ÖVP-Parlamentsklub/Zur-Sache. Stichprobengröße n=800.
wahlberechtigte ÖsterreicherInnen repräsentativ ab 16 Jahren.
Vorgeschichtetes Randomverfahren, CAWI.
Untersuchungszeitraum 23. Juni 2022 – 26. Juni 2022.
Maximale Schwankungsbreite +/- 3,5 %, davon n=600 Deklarierte +/- 4,0 %