Innenpolitik

Volkspartei trennt sich von Walter Ruck

Waltter Ruck (r.), Obmann des ÖVP-Wirtschaftsbundes in Wien und Präsident der Wirtschaftskammer Wien: Er verminderte die Wahlchancen der Volkspartei bei allgemeinen Wahlen in Wien, in der Kammer ließ er Mandate der Sozialdemokraten seiner Fraktion zurechnen. Im Bild mit Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Foto: WKO

Die Österreichische Volkspartei trennt sich vom Wiener Wirtschafts-Funktionär Walter Ruck. Dieser soll sich grob herabsetzend über Personen geäußert und ein Wahlergebnis überschießend zu seinen Gunsten genutzt haben. Da Ruck keine ausreichende Klarstellung bot, wurde er ausgeschlossen. Begründung: Sein Frauen- und sein Politikbild entspricht nicht jenem der ÖVP.

 

Volkspartei entrüstet

Walter Ruck, 62jähriger Bauunternehmer und seit zwölf Jahren Obmann des Wirtschaftsbundes in Wien und damit Präsident der Wirtschaftskammer Wien, wollte zu den Vorwürfen nicht ausdrücklich Stellung nehmen. Er hat die kolportieren Darstellungen unkommentiert gelassen. So soll er sich – jeweils in vertraulichen Gesprächen – herabsetzend über Frauen, über die ÖVP Wien und über manche Industrielle geäußert haben.

Der Ethikrat der ÖVP erhielt trotz Aufforderung von Ruck dazu keine Klarstellung.

 

Ethikrat mit eindeutiger Empfehlung

Daher empfahl der von der früheren steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnik geleitete Ethikrat dem Bundesparteivorstand der ÖVP, gegebenenfalls sogar den Ausschluss von Walter Ruck, sollten Erklärungen ausbleiben.

Dieser Ausschluss wurde vom höchsten Parteigremium am Freitag Abend in einer online abgehaltenen Sitzung beschlossen.

Schon zuvor hatten zahlreiche Persönlichkeiten aus der Volkspartei ihre Entrüstung ausgedrückt und von Ruck gefordert, die Vorwürfe entweder zu dementieren – oder zurückzutreten. Die jeweils nur indirekt geäußerten Forderungen nach einem Rücktritt von Ruck kamen etwa von den Landeshauptleuten Karoline Edtstadler (Salzburg) oder Markus Wallner (Vorarlberg) sowie von Teilorganisationen, etwa durch Ingrid Korosec vom Seniorenbund der ÖVP.

Die Affäre um Ruck wurde durch Berichte über sein Verhalten und seine Äußerungen im Nachrichtenmagazin profil und in der Tageszeitung Die Krone ausgelöst.

Waltter Ruck (r.), Obmann des ÖVP-Wirtschaftsbundes in Wien und Präsident der Wirtschaftskammer Wien: Er verminderte die Wahlchancen der Volkspartei bei allgemeinen Wahlen in Wien, in der Kammer ließ er Mandate der Sozialdemokraten seiner Fraktion zurechnen. Im Bild mit Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Foto: WKO
Waltter Ruck (r.), Obmann des ÖVP-Wirtschaftsbundes in Wien und Präsident der Wirtschaftskammer Wien: Er verminderte die Wahlchancen der Volkspartei bei allgemeinen Wahlen in Wien, in der Kammer ließ er Mandate der Sozialdemokraten seiner Fraktion zurechnen. Im Bild mit Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Foto: WKO