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„ida“ ist da: Österreichs Verwaltung bekommt einen KI-Assistenten rund um die Uhr

Die KI ist im Vormarsch. Mit "ida", kommt seit Montag in der österreichischen Verwaltung ein neuer Chatbot zum Einsatz. Foto: iStock/Vertigo3d

Mit der KI-Assistenz „ida“ startet die Public-AI-Initiative ihre erste breit verfügbare Anwendung für Bürgerinnen und Bürger. Der Chatbot n der Name steht für „intelligente digitale Assistenz“ – ist ab sofort auf den Portalen oesterreich.gv.at und id-austria.gv.at sowie in der App „ID Austria“ verfügbar. Nutzer können Fragen frei formulieren und erhalten rund um die Uhr Antworten in verständlicher Alltagssprache.

 

„Ida“ ist Orientierungshilfe, kein Behördenersatz

„Mit ida bekommt jede Bürgerin und jeder Bürger einen digitalen Assistenten vom Staat – rund um die Uhr, in einfacher Sprache und vollständig in Österreich betrieben“, erklärt Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll in einer Mitteilung am Montag. Das sei „Digitalisierung, die Nutzen bringt und das Leben vereinfacht“. ida unterstützt etwa bei Fragen zur Registrierung der ID Austria, zu eAusweisen, zur digitalen Signatur oder zu Wohnsitzangelegenheiten. Die Assistenz bereitet komplexe Informationen verständlich auf und führt direkt zu den passenden offiziellen Inhalten. Wer eine konkrete Frage habe, müsse sich „künftig nicht mehr selbst durch eine Vielzahl von Seiten arbeiten“, so Pröll.

Zugleich sind die Grenzen klar gezogen: ida ist ein Informations- und Orientierungsangebot und beantwortet allgemeine Fragen auf Basis der veröffentlichten Inhalte der beiden Portale, wobei die verwendeten Quellen transparent angezeigt werden. Die Assistenz hat keinen Zugriff auf persönliche Konten, Register, Akten oder laufende Verfahren. „ida“ kann keine Anträge einbringen, Daten ändern, Bescheide erlassen oder rechtsverbindliche Auskünfte erteilen. Persönliche, telefonische und digitale Beratungsangebote würden ergänzt, aber nicht ersetzt. Vor dem Start wurde die Antwortqualität in mehrwöchigen Fachtests mit mehr als 4.600 Testanfragen geprüft. Da generative KI im Einzelfall dennoch unvollständige oder fehlerhafte Antworten liefern könne, weist ida die zugrunde liegenden offiziellen Quellen aus.

 

Betrieb in Österreich, europäische Technologie

Das technische Fundament bildet die „Large Language Model as a Service“-Plattform des Bundesrechenzentrums, die für den öffentlichen Sektor konzipiert wurde. Als Basis dient eine europäische KI-Technologie des Anbieters Mistral AI. Die gesamte Infrastruktur wird vom Bundesrechenzentrum in Österreich betrieben, eine Verarbeitung auf ausländischen Cloud-Infrastrukturen findet nicht statt.

Nach Angaben des Ressorts erstellt ida keine Nutzerprofile und verwendet Eingaben nicht zum Training von KI-Modellen. Bereinigte Chatverläufe würden ausschließlich zur Qualitätssicherung für höchstens 90 Tage gespeichert und anschließend gelöscht. Tracking und Profiling fänden nicht statt.

 

Vom Chatbot zum persönlichen „Public AI Agenten“

Der nächste Entwicklungsschritt ist bereits umrissen: ida soll Bürger künftig nicht nur informieren, sondern personalisiert durch digitale Amtswege führen. Mit der AVG-Novelle werde der rechtliche Rahmen geschaffen, damit Anträge künftig auch über Chatbots eingebracht werden können, sofern die zuständige Behörde dies anbietet. Perspektivisch soll jeder Nutzer der ID Austria „einen persönlichen Public AI Agenten zur Seite“ haben.

„Mit ida starten wir heute bei verständlichen und leicht zugänglichen Verwaltungsinformationen“, so Pröll. In einem der nächsten Schritte sollten Amtswege personalisiert über den Chatbot ermöglicht werden – „von der ersten Frage bis zum eingebrachten Antrag“. Entscheidung und Kontrolle blieben dabei „immer beim Menschen“. ida ist die erste breit verfügbare Bürgeranwendung der Public-AI-Initiative, die nach dem Prinzip „Shared Service First“ auf gemeinsame KI-Infrastrukturen statt auf Insellösungen setzt.

 

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