News

Österreich feiert 50 Jahre Zivildienst

Ehemalige Zivildiener, aktive, Einrichtungen und die Politik würdigten beim Festakt "50 Jahre Zivildienst" die Erfolge des Zivildienstes in Österreich. Foto: Parlamentsdirektion/Thomas Topf

Seit 50 Jahren gibt es nun schon den Zivildienst in Österreich, eine Einrichtung, die seit ihrer Gründung im Jahr 1974 die Gesellschaft maßgeblich geprägt hat. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Staatssekretärin Claudia Plakolm luden anlässlich des Jubiläums zu einem Festakt ins Parlament. Beide betonten dabei die unersetzbare Rolle des Zivildienstes im sozialen und gesellschaftlichen Gefüge des Landes.

 

Die gesetzliche Grundlage von 1974 wurde damals heftig diskutiert, hat aber seine Grundzüge bis heute bewahrt. Diese Alternative zum Wehrdienst sei aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken und sei heute unersetzbar, erklärte Sobotka. Er unterstrich die Wichtigkeit der Motivation für junge Männer, diesen Weg zu wählen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Unterstützung der Organisationen zu stärken.

 

Plakolm: Zivildienst „prächtig entwickelt“

Staatssekretärin Plakolm verwies auf dessen Wandel von einem einst kritisierten „Drückeberger“-Status zu einer tragenden Säule der Gesellschaft – sei es in Form von helfenden Händen, als Zuhörer oder dadurch, jemandem die Hand zu halten. Viele der Zivildiener seien den Einrichtungen auch erhalten geblieben, so Plakolm. Während es vor etwa zehn Jahren sogar noch eine Debatte über dessen Abschaffung gegeben habe, gebe es heute ein großes Bekenntnis zum Dienst, der sich in den 50 Jahren „prächtig entwickelt“ habe, wird Plakolm von der Parlamentskorrespondenz zitiert.

 

Persönliche Erfahrungen prägen Generationen

Die Veranstaltung wurde durch eine Talkrunde mit ehemaligen Zivildienern bereichert, die ihre vielfältigen Erfahrungen teilten. Rudolf Lantschbauer vom Roten Kreuz Steiermark und Zivildiener der ersten Stunde teilte mit, wie prägend seine Zeit bei der Rettung für sein weiteres Leben war. Er zeigte sich dankbar, dass er diese Möglichkeit bekommen habe.

Marcel Simma, Zivildiener des Jahres 2022, und andere berichteten von der Weiterentwicklung des Zivildienstes und der deutlich entspannteren Situation bei der Stellungskommission im Vergleich zu früheren Jahren.

 

Politische Würdigung

In einer kurzen Interviewrunde äußerten sich auch Nationalratsabgeordnete zur Bedeutung des Zivildienstes. Lukas Brandweiner, Zivildienstsprecher der ÖVP betonte, dass viele Einrichtungen ohne Zivildiener nicht funktionieren würden, und kündigte an, dass eine Gesetzesnovelle die Einführung eines Papamonats für Zivildiener ermöglichen soll.

Ehemalige Bundesminister wie Elisabeth Köstinger und Ernst Strasser hoben besonders die Rolle des Zivildienstes während der Corona-Pandemie und die langfristigen positiven Effekte ihrer eigenen Dienstzeiten hervor.