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„Vision T“: Bundesregierung legt Tourismusstrategie bis 2035 vor
Mit der „Vision T“ hat Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner am Montag die neue Tourismusstrategie des Bundes bis 2035 vorgelegt. Die Strategie wurde gemeinsam mit über 500 Stakeholdern aus der Branche, den Bundesländern, Wissenschaft und Sozialpartnern entwickelt und beschreibt das Zukunftsbild der Tourismusnation Österreich für die kommenden Jahre.
Die Dimension und Bedeutung des Tourismus in Österreich ist enorm: Mit 48,2 Millionen Gästeankünften und 157,3 Millionen Nächtigungen blieb der Tourismus 2025 ein wesentlicher Motor für Beschäftigung, Wertschöpfung und Lebensqualität in allen Regionen des Landes.
Zehetner für 365 Tage Tourismus
„Österreich ist eine Tourismusnation. Die Vision T ist unser gemeinsamer Blick nach vorne“, betont Zehetner bei der Präsentation. „Unser Ziel ist ein Tourismus, der 365 Tage im Jahr Wert schafft – für Betriebe, Beschäftigte, Regionen, Gäste und die Menschen in Österreich.“ Die Strategie sei „keine Beschreibung des Status quo, sondern ein klarer Arbeitsauftrag für die Zukunft“.
„Vision T“ mit Wertekompass und fünf Handlungsfelder
Im Mittelpunkt der Vision T steht ein neuer Wertekompass mit drei Leitgedanken: Wertschöpfung steht für wirtschaftlich starke Betriebe und sichere Arbeitsplätze, Wertschätzung für Beschäftigte, Gäste und die Menschen vor Ort, Werterhalt für den verantwortungsvollen Umgang mit Natur, Kultur und Infrastruktur.
„Wir wollen Österreich bis 2035 zu einer der nachhaltigsten, erfolgreichsten und wertvollsten Tourismusdestinationen der Welt weiterentwickeln. Nicht durch reines Mengenwachstum, sondern durch Qualität, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und eine Entwicklung, die von den Menschen im Land mitgetragen wird“, so die Staatssekretärin.
Die Strategie konzentriert sich auf fünf strategische Handlungsfelder: Wirtschaftskraft & Resilienz, Arbeitsmarkt & Fachkräfte, Innovation & Digitalisierung, Ressourcen & Verantwortung sowie Mehrwert & Mitgestaltung.
Erstmals messbare Zielwerte
Ein wesentlicher Bestandteil der Vision T ist ein neues Monitoring-System mit neun Kernindikatoren und konkreten Zielwerten bis 2035. Bei der Wertschöpfung soll die reale touristische Wertschöpfung von derzeit rund 22,6 auf mehr als 25 Milliarden Euro steigen, die internationalen Reiseverkehrseinnahmen von knapp 26 auf über 36 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote der Qualitätshotellerie soll von unter 18 auf über 20 Prozent erhöht werden.
Im Bereich der Wertschätzung soll laut Vision T die Zahl der Ganzjahresbeschäftigten in Beherbergung und Gastronomie von rund 135.000 auf mehr als 160.000 wachsen, die Gästezufriedenheit von 1,6 auf die Schulnote 1,5 steigen und der Tourismusakzeptanzsaldo von plus 37 auf plus 40 Prozentpunkte zulegen. Beim Werterhalt soll der Anteil der Nächtigungen außerhalb der vier Hauptsaisonmonate von rund 53 auf mehr als 60 Prozent steigen, die Zahl der mit dem Umweltzeichen zertifizierten Betriebe von 814 auf 1.500 wachsen und die CO₂-Emissionen in Beherbergung und Gastronomie von rund 310.000 auf unter 200.000 Tonnen sinken.
„Ein wesentlicher Unterschied zu vielen Strategien der Vergangenheit ist: Wir definieren nicht nur Ziele, wir machen Fortschritte auch messbar“, betont Zehetner. Erfolg im Tourismus bemesse sich künftig nicht allein an Nächtigungen, sondern auch an höherer Wertschöpfung, stabilen Betrieben, attraktiven Arbeitsplätzen, zufriedenen Gästen und einem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen.
Aktionsplan mit rund 50 Maßnahmen
Aus dem Beteiligungsprozess wurden konkrete Maßnahmenvorschläge für einen Aktionsplan 2026/27 entwickelt, die Zehetner nun in die Bundesregierung einbringt. Der Plan soll rund 50 Maßnahmen umfassen. Dazu zählen unter anderem die Weiterentwicklung der gewerblichen Tourismusförderung, eine stärkere Unterstützung bei Betriebsübergaben, die Einrichtung eines Tourismus-Beschäftigtenfonds, die Entwicklung einer KI-Strategie für den Tourismus, der erste österreichische AI Enabling Day, eine österreichweite Mountainbike-Strategie sowie neue Beteiligungsformate für junge Menschen und die Bevölkerung. Zentrale Instrumente bleiben die Österreich Werbung und die Österreichische Hotel- und Tourismusbank.
Breiter Beteiligungsprozess
Der Strategieprozess startete im Sommer 2025. In die Entwicklung flossen mehr als 4.200 Rückmeldungen aus einer österreichweiten 360-Grad-Tourismus-Analyse, fünf Themengipfel, neun regionale Workshops mit rund 500 Praktikerinnen und Praktikern sowie Fachdialoge mit Wissenschaft, Jugendvertretern und Mitgliedern des parlamentarischen Tourismusausschusses ein. Begleitet wurde der Prozess von einem fünfköpfigen Steering Committee aus Wirtschaft und Wissenschaft.
„Die Vision T wurde nicht am Schreibtisch entwickelt. Sie ist das Ergebnis eines breiten Dialogs mit der Branche und allen relevanten Partnern“, so Zehetner. Genau diese breite Beteiligung mache sie „zu einer gemeinsamen Zukunftsstrategie für die Tourismusnation Österreich“.
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