Der Arbeitsmarkt zieht an

Arbeitsminister Martin Kocher: Entwicklung verläuft besser als erwartet; BKA/Christopher Dunker
Arbeitsminister Martin Kocher: Entwicklung verläuft besser als erwartet; BKA/Christopher Dunker

Die Lage am Arbeitsmarkt bessert sich, mit rund 300.000 Personen sind wieder etwas weniger Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Zugleich sind rund 100.000 offene Stellen ausgeschrieben. Die Wirtschaft sucht Arbeitskräfte.

 

Öffnung löst Aufschwung aus

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich nun durch die weiteren Öffnungen fort. Gemeinsam mit dem Aufschwung der Konjunktur sinkt dadurch die Zahl arbeitslos gemeldeter oder in Schulung befindlicher Personen auf gegenwärtig 375.000. Laut Arbeitsministerium sind das derzeit rund 15.000 Arbeitslose und 1.500 Schulungsteilnehmer weniger als in der vorigen Woche. Diese Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei derzeit besser als erwartet, erklärte Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) gestern im Bundeskanzleramt.

Unter dem Niveau vor der Krise

Die Produktivität in Österreich nimmt wieder zu, laut Wirtschaftsforschungsinstitut liegt das BIP derzeit noch einen Prozent unter dem Niveau von 2019. Das Niveau der Arbeitslosigkeit bewegt sich auf dem Niveau der Jahre 2015/2016. Derzeit sei, so Kocher, kein weiterer Rückgang an Arbeitslosigkeit zu erwarten.

Der Wirtschaftsbund und die Wirtschaftskammer begrüßten die positive Tendenz auf dem Arbeitsmarkt, meldeten jedoch auch politische Anliegen an.

Offene Stellen besetzen

„Die heute präsentierten Arbeitslosenzahlen sind Grund zur Freude, aber auch ein Auftrag an die Politik“, erklärte der Generalsekretär des Wirtschaftsbunds, Kurt Egger. Mit 300.000 arbeitslos gemeldeten Personen habe Österreich das Vorkrisenniveau von Mai 2016 erreicht. Allerdings: „Zugleich meldet das AMS einen Österreich-Rekord an offenen Stellen von 100.000“, merkte Egger an. Das seien nur die offenen Stellen, die tatsächlich dem AMS gemeldeten wurden. „Die Dunkelziffer von Unternehmen auf der Suche nach Arbeitskräften dürfte weitaus höher sein“, so Egger. Daher sollten die Regelungen hinsichtlich des Arbeitslosengeldes überprüft werden.

Höhere Qualifikation, mehr Mobilität

Den Mangel an Bewerbungen von Fachkräften sprach auch der Generalsekretär der Wirtschaftskammer, Karlheinz Kopf an. „Es ist erfreulich, dass die Öffnungen für eine zunehmende Erholung am Arbeitsmarkt sorgen und die Arbeitslosigkeit diese Woche erneut gesunken ist. Gleichzeitig steigt in Gastronomie, Hotellerie, aber auch in der IT-Branche und in vielen Handwerksbereichen der Fachkräftebedarf. Daher müssen wir die jetzige Aufschwungphase für die richtigen Weichenstellungen nutzen“, kommentiert Karlheinz Kopf. Gemeint sind zusätzliche Qualifikationen aufgrund der Digitalisierung und das Erfordernis höherer Mobilität von Arbeitnehmern.