Einigung fix: Weltweite Mindeststeuer für Großkonzerne kommt!

Ob US-Dollar oder Euro: Global tätige Unternehmen sollen eine weltweit geltende Mindeststeuer bezahlen. Foto: iStock/Ruslan Lytvyn
Ob US-Dollar oder Euro: Global tätige Unternehmen sollen eine weltweit geltende Mindeststeuer bezahlen. Foto: iStock/Ruslan Lytvyn

Ein weltweiter Mindeststeuersatz für global agierende Unternehmen kommt – das ist seit Donnerstag klar. In den Verhandlungen im OECD-Inclusive Framework konnten sich 130 Staaten auf die Eckwerte der globalen Steuerreform einigen. Dieser Steuersatz wird 15 % betragen. Lediglich neun, vorwiegend kleinere Staaten äußerten noch Vorbehalte. Die Einigung umfasst damit gut 90 % der weltweiten Wirtschaftsleistung.

 

Österreich bereits 2018 für Mindeststeuer

Über den globalen Mindeststeuersatz wird seit Jahren unter dem Dach der OEDC – der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – verhandelt. Laut der OECD wird der globale Mindeststeuersatz von 15 % künftig für rund 126 Mrd. Euro Mehreinnahmen an Steuern sorgen. Am Ende haben 130 der 139 verhandelnden Staaten die Erklärung unterschrieben.

In Zukunft wird auch Österreich von der globalen Steuerreform in einem „erheblichen Maße profitieren“, so das Finanzministerium. Dabei hat unser Land bereits eine Vorreiterrolle bei diesem Thema angenommen: Bereits 2018 hat man sich im Rahmen des österreichischen EU-Ratsvorsitzes für eine einheitliche Digitalsteuer „stark gemacht“. „Es freut mich daher, dass wir jetzt als Stimme Europas den erfolgreichen Ausgang der Verhandlungen maßgeblich beeinflussen konnten“, so Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP).

 

Blümel erwartet mehr „Fairness“

Neben den steuerlichen Mehreinkünften, die Österreich bevorstehen, wurde eine internationale Lösung für mehr „Fairness in der Besteuerung“ erzielt, so Finanzminister Blümel.

„Wir haben immer gesagt, dass es um internationale Konzerne geht und es deshalb eine internationale Lösung braucht. Eine globale Lösung sorgt dafür, dass mehr Fairness in der Besteuerung und zwischen den Ländern erreicht wird. Österreich wird von der globalen Steuerreform in einem erheblichen Maße profitieren und hat immer eine Vorreiterrolle eingenommen“, so der Finanzminister und verweist dabei darauf, dass die getroffene Einigung gut 90 % der weltweiten Wirtschaftsleistung umfasst.

 

Finanzminister Gernot Blümel; Foto: BMF/ Wenzel

Finanzminister Gernot Blümel; Foto: BMF/ Wenzel

Wer wird konkret besteuert?

Bereits vor einigen Wochen haben sich die G7-Länder – also die sieben führenden Industriestaaten der Welt – auf ein Grundgerüst für ein entsprechendes Abkommen geeinigt. Damals wurde das Ziel ins Auge gefasst, eine Mindeststeuer für weltweit tätige Unternehmen von 15 % zu schaffen. Zudem soll eine neue Verteilung der Steuereinnahmen der 100 größten und profitabelsten Konzerne zugunsten von jenen Ländern geschaffen werden, in denen diese Unternehmen besonders hohe Umsätze oder Renditen erzielen. Unter diesen 100 Unternehmen befindet sich laut Auskunft des Finanzministeriums keines aus Österreich.