FPÖ-Führungsstreit: Kickl schlägt Hofer

Fotos: Screenshot ORF.at/Grafik: Zur-Sache.at
Fotos: Screenshot ORF.at/Grafik: Zur-Sache.at

Die FPÖ ist tief gespalten. Die Positionierung der Freiheitlichen zur Maskenpflicht im Plenum wird zur Zerreißprobe für die Blauen. Es ist klar: Die Maskenpflicht wird von den Blauen zur Führungsfrage hochstilisiert. Es kommt also zum finalen Kräftemessen zwischen FPÖ-Parteiobmann Norbert Hofer und Klubobmann Herbert Kickl.

 

Spaltung

Die Fronten zwischen dem freiheitlichen Parteiobmann Hofer und dem Klubobmann haben sich in den vergangenen Wochen weiter verhärtet. Das bestätigen die immer konträrer werdenden Positionen der beiden FPÖler. Die Positionierung der Blauen zur Maskenpflicht im Plenum hat die Partei nun vor eine finale Richtungsentscheidung gestellt: Folgen die blauen Nationalräte in Zukunft dem Kurs von FP-Parteiobmann Hofer und setzen eine Maske im Nationalrat auf, oder unterstützen sie Klubobmann Kickl und verweigern die Schutzmasken? Bedeutet im Klartext: Bleibt Hofer Parteiobmann oder übernimmt Kickl?

 

Machtkampf

Es ist klar: Es geht bei den Freiheitlichen nicht um das (nicht) tragen der Masken im Nationalrat. Vielmehr erleben wir einen offen ausgetragenen Machtkampf und ein Kräftemessen in der FPÖ. Dabei stehen beide Kontrahenten für eine zukünftige Ausrichtung der Partei: Hofer steht für einen moderaten Kurs der Blauen, Kickl will die Partei radikalisieren. Das beweisen Kickls Auftritte bei Corona-Demos, bei der Rechtsradikale und Verschwörungstheoretiker mitmarschierten. Diese Auftritte Kickls wurden von Hofer in der Vergangenheit abgelehnt.

 

Radikaler Flügel siegt

Die Bilder der Nationalratssitzung zeigen ein eindeutiges Bild: Die Freiheitlichen haben im Plenum – gegen die Geschäftsordnung – geschlossen keine Masken getragen. Klubobmann Kickl hat sich also mit seinem radikalen Kurs gegen Noch-Parteiobmann Hofer durchgesetzt. Das zeigt, dass die moderaten FPÖler um Hofer, dem radikalen Parteiflügel um Herbert Kickl unterlegen sind. Somit kann angenommen werden, dass sich die Partei in Zukunft unter Kickl noch mehr an Identitäre und die rechts-außen AfD annähern wird.