Österreichs Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet

Foto: iStock/VitalyEdush
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Die Investitionsprämie ist „entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg“ in Österreich erklärte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck anlässlich der am Donnerstag präsentierten Prognosen für die österreichische Wirtschaft. „Insgesamt wurden über 240.000 Anträge mit einem gesamten Investitionsvolumen von 78,3 Milliarden Euro zugesagt“, so Schramböck mit Verweis auf den Erfolg der österreichischen Investitionsprämie.

 

Investitionen in eine „digitalere und nachhaltigere“ Wirtschaft

Das Ziel, das die Bundesregierung mit der Investitionsprämie verfolgte, war es die Investitionsanreize- und Impulse in Österreichs Wirtschaft zu stärken. „Einmal mehr wird uns von den Wirtschaftsforschungsinstitutionen bestätigt, dass die Investitionsprämie wirkt“, so Schramböck am Donnerstag. Ziel dieser Prämie war es auch, Österreichs Wirtschaft „digitaler und nachhaltiger“ zu gestalten, erklärte die Ministerin.

 

Über 240.000 Anträge

Dass die Investitionsprämie von Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmer genutzt wurde, bestätigen die Zahlen: Anträge konnten bis zum 28. Februar 2021 eingereicht werden. Gefördert wurden Investitionen zwischen 5.000 und 50 Millionen Euro, wobei die Basisprämie 7 % betrug und für Projekte in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Life Science 14 % Zuschuss vom Bund beantragt werden konnten.

Ministerin Schramböck erklärte dazu: „Insgesamt wurden über 240.000 (240.803) Anträge mit einem gesamten Investitionsvolumen von 78,3 Milliarden Euro zugesagt. Rund die Hälfte aller Investitionen der Unternehmen geht in digitale oder nachhaltige Projekte. Durch den finanziellen Zuschuss des Bundes sichern und schaffen wir Arbeitsplätze in allen Regionen Österreichs.“

 

Ende der Probleme in Lieferketten erwartet

Die präsentierte Prognose für die österreichische Wirtschaft ist durchaus positiv: So kann die Covid-19-Pandemie deutlich schneller als bisher erwartet überwunden werden. Zudem wird man rasch in eine konjunkturelle Aufschwungphase übergehen können, erklärt das Wirtschaftsministerium per Aussendung.

Dabei wird erwartet, dass Investitionen am Standort, eine starke Industrie sowie privater Konsum und Warenexporte, als starke Treiber die Wirtschaft um etwa 8 bis 9 % wachsen lassen wird in diesem Jahr.

„Impfortschritte, die schrittweise Aufhebung der Einschränkungen und eine weltweit anziehende wirtschaftliche Aktivität machen es möglich, dass das Vorkrisenniveau voraussichtlich schon im Laufe des Sommers erreicht wird“, sagt die Wirtschaftsministerin, die zudem auf zusätzliche globale Herausforderungen verweist: „Die Verlangsamung der maritimen Lieferketten hemmt auch die heimische Wirtschaft. Denn gerade für Österreich als kleines Binnen- und Transitland ist im Handel mit weiter entfernten Ländern der Seeverkehr essenziell. Ich erwarte mir durch ein Ende der Probleme in den Lieferketten einen zusätzlichen Boost für die österreichische Wirtschaft.“

 

Bundesministerin Margarete Schramböck; Foto: Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort

Bundesministerin Margarete Schramböck; Foto: Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort

BIP Wachstum von 4 % und 5 % in den nächsten beiden Jahren

Wie von Bundeskanzler Sebastian Kurz angekündigt, erholt sich die Österreichische Wirtschaft schneller als gedacht. Das bestätigen auch die aktuellen Zahlen des WIFO und der IHS. So teilt das WIFO auf seiner Website mit, die wirtschaftlichen Aussagen haben sich deutlich verbessert. Für 2021 und 2022 erwartet das WIFO ein reales BIP-Wachstum von 4 % bzw. 5 %. So gibt es für das WIFO „Vorlaufindikatoren“, die auf den Beginn einer Hochkonjunkturphase hindeuten. 2022 soll der Tourismus überproportional zum heimischen Wirtschaftswachstum beitragen.

Dem zu erwartenden Wirtschaftswachstum ging ein Einbruch der heimischen Wirtschaft um 6,3 % im letzten Jahr voran. Dieser war der weltweiten Wirtschaftskrise durch das Corona-Virus geschuldet. Nun, da sich das Infektionsgeschehen entspannt, schwingt die Wirtschaft wieder auf.

 

Vorkrisenniveau im Sommer 2021 erreicht

Für das WIFO steht fest, „die österreichische Volkswirtschaft überwindet die COVID-19-Krise deutlich schneller als bisher erwartet und steht am Beginn einer Aufschwungphase“. Dabei würde besonders der rasche Fortschritt der Impfkampagne die wirtschaftlichen Perspektiven prägen, heißt es vom WIFO weiter.

Das Vorkrisenniveau soll bereits im Laufe des diesjährigen Sommers erreicht werden. Den „Wachstumspfad,“ der vor der Corona-Pandemie prognostiziert wurde, soll die österreichische Wirtschaft bereits Ende 2022 wieder erreicht haben.

 

Auch für den Arbeitsmarkt erkennt das WIFO einen anhaltend positiven Trend, so dürfte die gute Entwicklung des Arbeitsmarkts auch 2022 anhalten. So könnte laut WIFO 2021 die Arbeitslosenquote bei 8,5 % liegen und 2022 bei lediglich 8,0 %.