Pandemie befeuert Verschwörungstheorien

Pressekonferenz "Verschwörungstheorien in Zeiten der COVID-19-Pandemie"
Am 31. Mai 2021 fand eine Pressekonferenz zum Thema " Das Ph‰nomen Verschwˆrungstheorien in Zeiten der COVID-19-Pandemie" im Bundeskanzleramt statt. Im Bild Bundesministerin Susanne Raab (r.) und Bundesminister Karl Nehammer (l.).

Verschwörungstheorien haben seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie immer mehr Zulauf bekommen. Das bestätigt der Bericht der Bundesstelle für Sektenfragen. Dass es sich bei den Verschwörungstheorien nicht nur um harmlose Hirngespinste handelt, sondern diese Theorien brandgefährlich sind und auch zu Gewalt führen können, bestätigte die zuständige Fachministerin Susanne Raab (ÖVP) in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Karl Nehammer (ÖVP).

 

Verschwörungstheorien: Oft antisemitischer Kern & Gewaltpotenzial

Das Phänomen der Verschwörungstheorien ist nicht neu, wurde vor allem aber durch die Corona-Pandemie wieder an die Oberfläche gespült, führte Raab gegenüber Journalisten am Montag aus. Dabei besitzen diese Theorien oft auch einen antisemitischen Kern.

Wie weit Anhänger von Verschwörungstheorien gehen können, zeigte etwa der Sturm des Kapitols in den USA zu Beginn dieses Jahres. Aber auch in Österreich wurden bedenkliche Entwicklungen von der zuständigen Bundesstelle für Sektenfragen dokumentiert. So vermischen sich etwa bei den Corona-Demos zahlreiche Gruppen: von Rechtsextremen, Staatsverweigerern bis hin zu Anhängern pseudomedizinischer Praktiken und Corona-Leugnern, erklärt Raab.

Von diesen Personen kann auch eine konkrete Gefahr ausgehen: So konnte etwa erst kürzlich eine Gruppe von Corona-Leugnern in Österreich überführt werden, die sich über Pläne zum Bau von Splitterbomben und deren Einsatz gegen die Polizei online ausgetauscht hatten, erklärte Innenminister Karl Nehammer.

 

Foto: BKA/ Andy Wenzel

Foto: BKA/ Andy Wenzel

Konkrete Schritte eingeleitet

Die aktuellen Zahlen des Innenministeriums belegen das hohe Gewaltpotenzial bei den Corona-Demonstrationen: Alleine 2021 fanden schon 8 Großdemos statt, bei denen 32 Polizisten verletzt wurden und Kosten in Höhe von rund 10 Millionen Euro entstanden sind. Aus diesem Grund will man nun auch noch verstärkt auf präventive Maßnahmen setzen, so der Innenminister.

Konkret sollen durch eine Kampagne die wesentlichen Fakten und Rechtssicherheit via Social Media, über das Netzwerk von „Gemeinsam.Sicher“ und dem bundesweiten „Netzwerk gegen Radikalisierung“ vermittelt werden. Die Kampagne umfasst etwa eine Broschüre und einen Leitfaden mit entsprechenden Informationen. Dieser wird über die Homepage des Bundesinnenministeriums verfügbar sein.

Weiters wird es für die rund 500 Sicherheitsgemeinderäte in ganz Österreich eigenen Sicherheitsforen und Online-Vorträge zu diesem Thema geben. So sollen Multiplikatoren in den Gemeinden für Aufklärungsarbeit gewonnen werden. Natürlich werden die Experten des Innenministeriums, von „Gemeinsam.Sicher“ und der Bundesstelle für Sektenfragen immer für Anliegen und Fragen zur Verfügung stehen“, so Innenminister Nehammer abschließend.

 

Foto: BKA/ Andy Wenzel

Foto: BKA/ Andy Wenzel

 

Veranstaltungshinweis

Einen Online-Kurs zum Thema Verschwörungstheorien bietet die Politische Akademie der Volkspartei kostenlos allen Interessierten an.

Anmeldungen für den Kurs können unter „Verschwörungstheorien“ (politische-akademie.at) vorgenommen werden.