„Zur-Sache“-Umfrage: Österreicher nehmen Impfturbo deutlich wahr – Hälfte der Österreicher plant Urlaub

Foto: iStock/ boerescul
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Der von der Bundesregierung veranlasste Impfturbo wird in ganz Österreich deutlich wahrgenommen. Zugleich plant nahezu die Hälfte der Bevölkerung einen Urlaub, wobei mehr als ein Drittel davon den Urlaub nur in Österreich verbringen will. Das sind einige der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse (IfDD) für Zur-Sache.

 

Nachricht vom Impfturbo überall angekommen

„Der Impfturbo wird in Österreich ganz klar wahrgenommen“, sagt IfDD-Geschäftsführer Christoph Haselmayer. Dies zeigen die Antworten auf die Frage „Der Impfturbo ist angelaufen, freute sich Bundeskanzler Sebastian Kurz. Haben Sie in den Impfturbo in ihrem Umfeld wahrgenommen?“

Nahezu zwei Drittel der Österreicher wissen vom Impfturbo. Gafik: Zur-Sache

Nahezu zwei Drittel der Österreicher wissen vom Impfturbo. Gafik: Zur-Sache

Die Ja-Antworten gereiht nach Wählergruppen zeigen, dass von den ÖVP-Wählern 77 % den Impfturbo wahrgenommen haben, von den Neos-Wählern 69 % und den Grün-Wählern 67 %, von den SPÖ-Wählern noch 55 % und von den FPÖ-Wählern 53 %. Das bedeutet, dass die Nachricht vom Impfturbo in allen Wählersegmenten mehrheitlich angekommen ist, ebenso in allen Bildungsschichten und Altersgruppen.

Positive Bewertung des Comeback-Plan

Der Comeback-Plan der Bundesregierung wird positiv aufgenommen, muss allerdings noch bekannter gemacht werden, erklärt Haselmayer zu einem weiteren Thema der aktuellen Umfrage. Eine der Fragen lautete: „Der Comeback-Plan der Bundesregierung ist ein guter Weg aus der Krise und sorgt für wirtschaftlichen Aufschwung und mehr Arbeitsplätze. Stimmen Sie zu, eher zu …. ?“

Wer den Comeback-Plan kennt, bewertet ihn positiv. Grafik: Zur-Sache

Wer den Comeback-Plan kennt, bewertet ihn positiv. Grafik: Zur-Sache

So sehen 42 % der Bevölkerung den Comeback-Plan positiv (8 % stimmen der Aussage zu, 34 % eher zu), 33 % stimmen nicht zu (20 % stimmen eher nicht zu, 13 % stimmen gar nicht zu), aber 21 % antworteten, sie hätten noch nichts von einem Comeback-Plan mitbekommen (Rest von 4 %: keine Angabe). Haselmayer dazu: „Der Comeback-Plan wird eindeutig und überwiegend positiv aufgenommen, aber viele Menschen haben davon noch gar nichts mitbekommen. Daran muss gearbeitet werden.“

Urlaube planen eher Junge und Städter

Ein bemerkenswert stark unterschiedliches Bild von der Bevölkerung ergeben die Antworten auf die Frage, „Fahren Sie heuer auf Urlaub?“. Mit ja antworteten 47 %, mit nein 41 %, 12 % machten keine Angaben. Der höchste Anteil an den Ja-Antworten ergab sich bei Neos-Wählern (73 %), gefolgt von den Grün-Wählern (55 %), den Wählern der ÖVP (50 %), dann jenen der SPÖ (43 %) und jenen der FPÖ (39 %).

Nahezu die Hälfte der Bevölkerung plant einen Urlaub, einige davon nur in Österreich. Grafik: Zur-Sache

Nahezu die Hälfte der Bevölkerung plant einen Urlaub, einige davon nur in Österreich. Grafik: Zur-Sache

Jüngere fahren zu einem höheren Anteil auf Urlaub als nicht (59 % ja, 32 % nein), Maturanten mit 63 % zu einem höheren Anteil als Personen ohne Matura, von denen nur 40 % einen Urlaub planen.

Wie Haselmayer anmerkt, wollen zwar 47 % der Menschen „endlich wieder raus und in den Urlaub fahren“ – das sei aber ein dennoch geringerer Anteil als vor der Krise.

Unter jenen Personen, die angaben, auf Urlaub fahren zu wollen, planen 36 % ihren Urlaub nur in Österreich zu verbringen, 20 % wollen nur ins Ausland.

Sommer wie früher unwahrscheinlich

Dass sich trotz der neuen Reisefreiheiten durch den Grünen Pass wieder „ein Sommer wie damals“, also vor der Corona-Krise und in früheren Jahren ergeben könnte, hält eine Mehrheit für unwahrscheinlich.

Trotz des Grünen Passes erwartet nur eine Minderheit, es könnte sich ein Sommer wie früher ergeben. Grafik: Zur-Sache

Trotz des Grünen Passes erwartet nur eine Minderheit, es könnte sich ein Sommer wie früher ergeben. Grafik: Zur-Sache

 

Die Frage lautete: „Der Grüne Pass für Geimpfte, Getestete und Genesene soll für mehr Reisefreiheit sorgen. Glauben Sie, dass es dadurch einen Sommer wie damals geben wird?“ Mit ja antworteten 24 %, mit nein 69 %, genau 7 % machten keine Angabe. Diese zurückhaltende Einschätzung zieht sich durch alle Bevölkerungs- und Bildungsschichten. Lediglich bei den unter 30-Jährigen meinen 41 %, es könnte sich ein Sommer wie früher ergeben, aber auch hier überwiegt mit 49 % der Anteil der Nein-Stimmen. Aufgeschlüsselt nach Wählern zeigt sich, dass die FPÖ-Wähler einerseits mit einem Anteil von 13 % am wenigsten „einen Sommer wie damals“ erwarten, andererseits mit 83 % zugleich den höchsten Anteil an negativen Antworten aufweisen.

Krisenerfahrung macht vorsichtig

Ein Sommer wie damals, das ist für die meisten Menschen in Österreich „schwer vorstellbar“, folgert Haselmayer aus den Daten. Zu den Erklärungen dafür meint Haselmayer, es „gibt eine tiefsitzende Krisenerfahrung“ und daher in der Bevölkerung „eher eine Neigung zu Vorsicht und Zurückhaltung, weniger zu vorzeitiger Vorfreude“.

Link: Zur-Sache.at (Schluss)