Innenpolitik

Klimastatusbericht 2025: Sorge um Grundwasser – Schäden von bis zu 600 Mio. Euro drohen

Der Klimaschutzbericht 2025 zeigt ein alarmierendes Bild in Sachen Grundwasser und Trinkwasserversorgung. Foto: iStock/Joa_Souza

Der Klimawandel beeinträchtigt zunehmend Verfügbarkeit und Qualität des Grundwassers – mit potenziell erheblichen wirtschaftlichen Folgen. Das geht aus dem aktuellen Klimastatusbericht 2025 hervor, der jährlich im Auftrag des Klima- und Energiefonds und der Bundesländer erstellt wird.

 

Grundwasser könnte um mehr als ein Fünftel zurückgehen

Den Prognosen zufolge könnten die verfügbaren Grundwasserressourcen bis 2050 um bis zu 23 Prozent zurückgehen, während der Wasserbedarf gleichzeitig um bis zu 15 Prozent steigen dürfte. In der Landwirtschaft könnte sich der Bedarf bis 2050 sogar beinahe verdoppeln. Ursachen sind steigende Temperaturen mit höheren Verdunstungsraten, veränderte Niederschlagsmuster, häufigere Extremwetterereignisse sowie das Abschmelzen der Gletscher als langfristig schwindende Wasserreserve.

Dürreperioden bringen enormen finanziellen Schaden

Eine Studie von WIFO und AGES beziffert die volkswirtschaftlichen Risiken zunehmender Dürreperioden für die Landwirtschaft: Je nach Szenario könnten jährlich bis zu 600 Millionen Euro an Wertschöpfung verloren gehen und bis zu 9.300 Arbeitsplätze gefährdet sein.

Totschnig: „Auswirkungen deutlich spürbar“

Umweltminister Norbert Totschnig schlägt angesichts des Berichts Alarm. „Die Auswirkungen des Klimawandels sind in allen Lebensbereichen deutlich spürbar. Längere Trockenperioden und steigende Temperaturen erhöhen den Wasserbedarf und setzen gleichzeitig unsere Wasserressourcen zunehmend unter Druck.“ Er verweist in einer Aussendung am Montag auf laufende Investitionen in die Wasserinfrastruktur: Allein 2025 wurden Projekte im Umfang von rund 1,15 Milliarden Euro in den Bereichen Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung, Hochwasserschutz und Gewässerökologie ausgelöst. Darunter 330 Kilometer neu errichtete und 376 Kilometer sanierte Trinkwasserleitungen. „Das sind Investitionen in unsere Lebensgrundlagen und dafür muss auch das notwendige Budget zur Verfügung gestellt werden“, betonte Totschnig.

 

Bereits Maßnahmen gesetzt

Das Thema steht beriet länger auf der Agenda des Ministers. Bereits der 2023 veröffentlichte Trinkwassersicherungsplan schafft die Grundlage für den Umgang mit Trinkwasserknappheit sowie ein konkretes 5-Punkte Programm zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung.

Als konkrete Maßnahmen nennt der Bericht unter anderem den Aufbau eines österreichweiten Wasserentnahmeregisters bis Jahresende, Renaturierungsmaßnahmen an Flüssen und Auen sowie das mit über 17 Millionen Euro geförderte Projekt „LIFE AMooRe“. Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Vorsitzender der Landesklimaschutzreferentenkonferenz, plädierte dafür, Regenwasser möglichst in den Regionen zu halten und Gewässern mehr Raum zu geben – etwa durch Speicherteiche oder die Wiederanbindung von Donau-Altarmen. „Österreich hat genug Wasser, auch wenn wir – wie prognostiziert – in Zukunft mehr verbrauchen werden. Aber nicht in jeder Region und in jeder Gemeinde bzw. in der entsprechenden Trinkwasserqualität. Deshalb wollen wir es schützen, nützen und für die beste Zukunft sichern“, so Pernkopf.

 

2025 mit 1.700 Sonnenstunden

Das Jahr 2025 selbst war laut Bericht mit einer Durchschnittstemperatur von plus 7,9 Grad Celsius eines der achtwärmsten seit Messbeginn. Das Jahr war deutlich zu trocken und mit 1.700 Sonnenstunden sehr sonnig. Neben anhaltender Trockenheit und erhöhter Waldbrandgefahr in mehreren Bundesländern prägten schwere Gewitter, Murenabgänge und regionale Hochwasser das Jahr. Im Juni wurde in Kärnten mit 38,3 Grad Celsius ein neuer Landesrekord gemessen.