Arbeitslosigkeit geht weiter zurück, Förderung junger Mütter steigt

Aktuelle Daten zum Arbeitsmarkt präsentierte Arbeitsminister Martin Kocher (M.). Foto: Bka/Schrötter
Aktuelle Daten zum Arbeitsmarkt präsentierte Arbeitsminister Martin Kocher (M.). Foto: Bka/Schrötter

Die Arbeitslosenquote in Österreich ist zum Jahresbeginn 2022 bereits niedriger als vor der Pandemie. Für Frauen, insbesondere junge Mütter, werden neue Angebote erstellt, um leichter einen Beruf ausüben zu können, kündigten Arbeitsminister Martin Kocher sowie Frauen- und Familienministerin Susanne Raab in einem gemeinsamen Pressegespräch an.

 

Arbeitslosigkeit niedriger als vor einem Jahr

Trotz Omikron und anhaltender Corona-Maßnahmen zeigt sich der österreichische Arbeitsmarkt robust. Die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück. Mit 405.000 gemeldeten Arbeitslosen (inkl. 72.000 Schulungsteilnehmer) liegt die Arbeitslosigkeit im Jänner um 130.000 Personen niedriger, als noch im Jänner vor einem Jahr, wie Arbeitsminister Martin Kocher am Dienstag bekanntgab.

Da aufgrund saisonaler Effekte der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit immer im Jänner erreicht wird, dürfte dieser laut Kocher bereits überschritten sein. So sieht Kocher Lichtblicke am Arbeitsmarkt und erwartet in den kommenden Monaten eine weitere Entspannung.

 

Weitere Entspannung bis zum Sommer

Bereits seit Mitte Jänner verzeichnet das Arbeitsministerium einen „deutlichen Rückgang“. Lockdown und Omikron-Maßnahmen dürften sich nur gering auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt haben. Arbeitsminister Kocher rechnet bis zum Sommer mit einer ähnlichen, wenn nicht gleichen Entwicklung wie vergangenes Jahr und erwartet einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit von rund 100.000 Menschen.

Nach wie vor nutzen Brachen wie Gastronomie, Tourismus, Kunst, Kultur, Sport und das Veranstaltungswesen aufgrund der unsicheren Pandemie-Situation das Instrument der Kurzarbeit. Mit Monatsende waren 172.000 Personen vorangemeldet. Auch hier wird im Vergleich zum Vorjahr ein spürbarer Rückgang verzeichnet. Im Jänner 2021 waren es noch 420.000 Menschen.

 

Anzahl offener Stellen verdoppelt

Hingegen hat sich die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Jänner des Vorjahres sogar verdoppelt. „Wir verzeichnen 110.000 offene Stellen. Die Dynamik am Arbeitsmarkt hat stark zugenommen“, so Kocher. Insgesamt wird in den kommenden Monaten eine weitere Stabilisierung am Arbeitsmarkt erwartet. Die Auswirkungen der Pandemie werden sich weiter abschwächen und das solide Wirtschaftswachstum sowie Investitionsanreize werden positive Effekte am Arbeitsmarkt auslösen.

 

Frauenarbeitslosigkeit niedriger

Die Frauenarbeitslosigkeit ist niedriger als vor der Krise. Derzeit sind 128.000 Frauen als arbeitslos gemeldet, das entspricht einer Quote von 6,7 Prozent. Die vor fünf Jahren eingeleiteten besonderen Angebote eines Ausbildungsplatzes für unter 25 Jahre alte Frauen werden fortgesetzt, konkret wurden bisher unter anderem 400 junge Mütter unterstützt. Die Bundesregierung werde ein weiteres umfassendes Angebot insbesondere für junge Mütter erstellen, die am Anfang ihres Erwerbslebens stehen, kündigte Frauenministerin Raab an.

 

Fokus auf junge Mütter: Frauenministerin Susanne Raab. Foto: Bka/Schrötter

Fokus auf junge Mütter: Frauenministerin Susanne Raab. Foto: Bka/Schrötter

 

Die Regierung arbeite daher an drei Punkten, erläuterte Raab.

Mehr Mittel für Horte und Kindergärten

Die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden verbessert. Ein Augenmerk liege auf institutioneller Kinderbetreuung, für die mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden. Bund und Länder verhandeln über eine Vereinbarung über die Finanzierung. Wesentliche inhaltliche Punkte sind flexiblere Öffnungszeiten, mehr Plätze für Unter-Dreijährige und sprachliche Frühförderung. Bedeutsam für die Förderung sind die 170 Frauen- und Mädchenberatungsstellen.

 

Familienfreundliche Arbeitgeber

Die Kooperation mit Unternehmen wird fortgesetzt und ausgeweitet. Mehr als 600 Arbeitgeber seien bereits als familienfreundliche Arbeitgeber zertifiziert, sagte Raab. „Es ist wichtig, die Wirtschaft an Bord zu haben“, so Raab, denn für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist es wesentlich, dass man Familie und Beruf vereinbaren kann. Unternehmen, die dies gewährleisten, führen das Gütesiegel.

 

Info zu den Modellen

Weiters sollen für die Familien die Wahlmöglichkeiten erweitert werden, welches Modell sie wählen. Raab dazu: „Wenn man mit Familien spricht, geht häufig um den Aspekt, welcher Partner wie viel verdient. Daher besteht der langfristige Weg darin, die Frauen zu stärken und es damit möglich zu machen, dass der Vater in Karenz geht.“ Daher sollen Frauen noch besser darüber informiert werden, welche Folgen mit einer Karenz verbunden sind.