Bevölkerung wünscht einsatzbereite Miliz und Training für Cyber-Sicherheit

Milizsoldaten trainieren den Schutz von wichtigen Einrichtungen. Foto: Christian Johannes
Milizsoldaten trainieren den Schutz von wichtigen Einrichtungen. Foto: Christian Johannes

Österreichs Bevölkerung wünscht mehrheitlich, dass die Miliz „wieder voll einsatzbereit gemacht werden sollte“. Die Zustimmung liegt bei den Wählern aller Parteien deutlich über 50 %, lediglich bei den Wählern der Grünen knapp darunter. Der Verteidigungs-Sprecher der ÖVP, Friedrich Ofenauer, fordert, Soldatinnen und Soldaten sollen erworbene Fähigkeiten ausbauen und regelmäßig üben.

 

Wunsch nach Miliz in ÖVP am stärksten

In einer Umfrage zum Bundesheer und dessen hauptsächlichen Aufgaben fragte das Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) vor zwei Wochen rund 1000 Personen, ob „die Miliz wieder voll einsatzbereit gemacht werden sollte“. Dabei stimmten 29 % dieser Aussage voll und ganz zu, weitere 30 % stimmten eher zu. Die Zustimmung beträgt zusammengefasst also 59 %, während 26 % eher nicht und 10 % überhaupt nicht zustimmten.

Gereiht nach Wählersegmenten ist die Zustimmung unter den Wählern und Wählerinnen der ÖVP am höchsten (67 %), gefolgt von jenen der SPÖ (62 %), der Neos (58 %) und jenen der FPÖ (57 %). Darunter liegen lediglich die Grün-Wähler und Wählerinnen (48 %), von denen 49 % überhaupt nicht oder eher nicht zustimmen.

Männer sind mit 64 % Zustimmung überdurchschnittlich für eine wieder voll einsatzfähige Miliz (Frauen: 56 %), über 50-Jährige mit 63 % mehr dafür als unter 50-Jährige mit nur 51 %. Gereiht nach Bildung zeigen Personen ohne Matura mit 65 % eine höhere Zustimmung als Personen mit Matura (52 %).

 

Die Miliz sollte wieder voll einsatzbereit gemacht werden, wünscht die Mehrheit der Bevölkerung. Quelle: IFDD, Grafik: Zur Sache

Die Miliz sollte wieder voll einsatzbereit gemacht werden, wünscht die Mehrheit der Bevölkerung. Quelle: IFDD, Grafik: Zur Sache

Mehr Training für Cyber-Sicherheit

Eine deutliche Mehrheit von 61 % ist für eine Ausweitung der Cyber-Sicherheit. Konkret gefragt wurde: „Wie ist Ihre Meinung: Sollte das Modul Cyber-Sicherheit im Grundwehrdienst gekürzt werden, oder sollte es bleiben wie es ist, oder sollte man es ausweiten?“ Als Cyber-Sicherheit gilt das Abwehren von gezielten Angriffen aus dem Internet.

Dazu sagen 61 %, das Modul Cyber-Sicherheit soll ausgeweitet werden. Ein Viertel (25 %) meint, das Modul sollte so bleiben, wie es ist und 11 % machten keine Angabe. Die Zustimmung ist unter allen Wählerinnen und Wählern (Ausnahme FPÖ) und in allen Schichten deutlich mehrheitlich. Die höchste Zustimmung zeigt sich bei Wählerinnen und Wählern der Neos (73 %), der Grünen und der SPÖ (jeweils 70 %), der ÖVP (61 %) und der FPÖ (50 %).

Das Modul Cyber-Sicherheit im Grundwehrdienst solle ausgeweitet werden. Quelle: IFDD, Grafik Zur-Sache

Das Modul Cyber-Sicherheit im Grundwehrdienst solle ausgeweitet werden. Quelle: IFDD, Grafik Zur-Sache

Regelmäßige Übungen sind notwendig

Das österreichische Bundesheer ist nach den Grundsätzen eines Milizheeres aufgebaut, betont ÖVP-Verteidigungs-Sprecher Ofenauer. Die (scheinbar) friedliche Sicherheitslage der letzten Jahrzehnte habe diese Tatsache in den Hintergrund rücken lassen. Ofenauer wörtlich: „Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Beurteilung der Bedrohungslagen verändert – die Wichtigkeit der militärischen Landesverteidigung ist wieder in den Fokus gerückt. Damit die Soldatinnen und Soldaten die erworbenen Fähigkeiten erhalten und ausbauen ist es notwendig, regelmäßig zu üben.“