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Bevölkerung will höheres Verteidigungsbudget

Das Bundesheer soll künftig finanziell gestärkt werden. Foto: Bundesheer / Peter Lechner

Die Mehrheit der Bevölkerung ist dafür, die Ausgaben für die Landesverteidigung zu erhöhen. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse für Zur-Sache. Weiters ist die militärische Landesverteidigung der Mehrheit der österreichischen Bevölkerung wichtig. Friedrich Ofenauer, Sprecher der ÖVP für Landesverteidigung, fordert, das Heer auszubauen und dies längerfristig zu finanzieren.

 

Für nahezu drei Viertel ist die militärische Landesverteidigung wichtig

Die Aussage „Die militärische Landesverteidigung in Österreich ist mir wichtig“ trifft auf breite Zustimmung: 35 % stimmen voll und ganz zu, weitere 36 % stimmen eher zu. Damit sind nahezu drei Viertel der österreichischen Bevölkerung der Ansicht, ihnen sei die militärische Landesverteidigung wichtig.

Die Zustimmungsrate liegt bei allen Wählern und Wählerinnen über der Hälfte, ist aber nach Wählersegmenten doch unterschiedlich verteilt. Die höchste Zustimmungsrate findet sich unter ÖVP-Wählern mit 80 %, gefolgt von FPÖ-Wählern mit 79 %, SPÖ-Wählern mit 67 %, Grün-Wählern mit 59 % und den Neos-Wählern mit lediglich 51 %.

Die Zustimmung zu dieser Aussage ist unter Frauen mit 74 % höher als unter Männern mit 70 %. Der Anteil der Zustimmung beträgt bei Personen über 50 Jahren 76 %, bei den unter 50-Jährigen nur 64 %.

Die Gruppe der Maturantinnen und Maturanten weist mit 68 % eine niedrigere Zustimmung auf als jene der Personen ohne Matura mit 73 %. Stadtbewohnerinnen und -bewohner haben mit 74 % eine höhere Zustimmungsrate als die Bevölkerung am Land mit 68 %.

Für die Mehrheit der Bevölkerung ist die militärische Landesverteidigung wichtig. Quelle: FIDD, Grafik: Zur Sache

Für die Mehrheit der Bevölkerung ist die militärische Landesverteidigung wichtig. Quelle: FIDD, Grafik: Zur Sache

Mehr als die Hälfte für Erhöhung des Verteidigungsbudgets

Gefragt wurde weiters, ob es „Ihrer Meinung nach notwendig ist, dass generell die Ausgaben für die Landesverteidigung erhöht werden“. Mit Ja antworten 54 %, mit Nein 39 % der Befragten.

Eine Mehrheit für die Erhöhung der Ausgaben für Landesverteidigung findet sich in allen Parteien, die Größenordnungen sind unterschiedlich. Die höchste Zustimmung zeigt sich bei Wählerinnen und Wählern der ÖVP mit 63 %, gefolgt von jenen der SPÖ mit 53 %, der Neos mit 50 %, der FPÖ mit 49 % und der Grünen mit 48 %.

Die Zustimmung zur Erhöhung des Verteidigungsbudgets ist unter Männern mit 57 % höher als unter Frauen mit 51 %. Personen über 50 Jahre stimmen zu 59 % zu, Personen unter 30 Jahren nur mit 52 %. Hinsichtlich Bildung ergibt sich kaum ein Unterschied: Personen ohne Matura sind zu 55 %, jene mit Matura zu 54 % für ein höheres Verteidigungsbudget. Und die Stadtbevölkerung ist zu 58 %, die Landbevölkerung zu 53 % dafür.

Die österreichische Bevölkerung steht quer durch alle Schichten und Wahlpräferenzen eindeutig hinter dem Bundesheer, erklärt IFDD-Geschäftsführer Christoph Haselmayer zu diesem Ergebnis. Für nahezu drei Viertel der Bevölkerung ist das Bundesheer „wichtig“. Weiters ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Ansicht, die Ausgaben für Landesverteidigung sollten generell erhöht werden.

In diesem Meinungsbild ist, so Haselmayer, klar eine Reaktion der Öffentlichkeit auf die gegenwärtige Kriegslage in der Ukraine zu erkennen. Mit der stark verankerten Meinung, das Verteidigungsbudget zu erhöhen, wird auch die Sorge um die Zukunft ausgedrückt. Die Bevölkerung wünscht eindeutig, dass künftig für Österreichs Landesverteidigung mehr Mittel zu Verfügung stehen.

Nahezu die gesamte Bevölkerung - konkret 93 % - sind dafür, die Ausgaben für Landesverteidigung zu erhöhen. Quelle: IFDD; Grafik: Zur Sache

Nahezu die gesamte Bevölkerung – konkret 93 % – sind dafür, die Ausgaben für Landesverteidigung zu erhöhen. Quelle: IFDD; Grafik: Zur Sache

 

Ausbau des Heeres erfordert langfristig Finanzierung

Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Sicherheitsarchitektur in Europa erschüttert, erklärt der Sprecher der ÖVP für Landesverteidigung, Friedrich Ofenauer. Der Angriff hat gezeigt, dass die militärische Landesverteidigung unabdingbar ist, um die territoriale Integrität eines Landes zu gewährleisten.

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Und umgelegte auf Österreich meint Ofenauer: „In den letzten Jahrzehnten haben wir uns zu sehr darauf verlassen, von befreundeten Staaten umgeben zu sein. Nun müssen wir anhand der Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg die Fähigkeiten des österreichischen Bundesheeres auf- und ausbauen. Dies erfolgt über einen längeren Zeitraum, deshalb muss auch die langfristige Finanzierung gewährleistet sein.“