Erster Bericht zum begleitenden Monitoring der Impfpflicht gegen COVID-19 vom 8. März 2022. Foto: Michael Tögel

Ist ein vierter Stich notwendig? Wann soll geimpft werden? Wann schützt die Impfung am besten? Wie geht es im Herbst weiter? Auf all diese Fragen gibt die Expertenkommission zur Impfpflicht nach aktuellem Wissensstand Antworten im „Erster Bericht zum begleitenden Monitoring der Impfpflicht gegen COVID-19“ vom 8. März 2022. Zur-Sache hat sich den Bericht angesehen und zusammengefasst:

 

Wie es weiter geht

Im ersten Bericht zum begleitenden Monitoring der Impfpflicht gegen COVID-19 vom 8. März 2022 geben die Expertinnen und Experten bekannt, dass sich derzeit die Virusvariante Omikron BA.2 kontinuierlich ausbreite, aber aktuell keine Überlastung der medizinischen Versorgung zu erwarten sei. Zudem gehen die Experten davon aus, dass es erst im April 2022 zu einem deutlichen Abflachen der Inzidenzen kommt.

Im Herbst, so sind sich die Experten einig, komme es „sehr wahrscheinlich“ zu einer möglicherweise massiven Infektionswelle. Mit Stand vom 1. März 2022 seien etwa 90 % der österreichischen Bevölkerung gegen die Delta-Variante und etwa 77 % gegen die Omikron-Variante immun. Das Problem: die Experten gehen – nach aktuellem Wissensstand – davon aus, dass diese Immunität bis zum Herbst massiv abnehmen wird. Die Prognosen gehen sogar davon aus, dass im Herbst mit täglichen Infektionszahlen von etwa 58.000 zu rechnen sei.

 

Twitter

Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.
Mehr erfahren

Inhalt laden

 

Impfung weiterhin zentral in der Bekämpfung der Pandemie

Die Impfung bleibt das zentrale Instrument zur Bewältigung des infektiologischen Geschehens und der Kankheitslast, heißt es weiter in dem Bericht. „Die grundsätzliche Impfpflicht als probates Mittel zur Sicherstellung einer hohen Durchimpfungsrate ist prinzipiell weiterhin sinnvoll, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.“

Warum wird die Impfpflicht also derzeit pausiert? Auch darauf gibt die Expertenkommission im Bericht eine Antwort: es gehe um das richtige Timing! „Um das maximale Potential der Impfung auszuschöpfen, sei ein bestmögliches Timing erforderlich“, so die Expertinnen und Experten im Bericht.

 

Gezielte Auffrischung im September/Oktober

„Die Immunität der Bevölkerung muss zu jenem Zeitpunkt maximal aufgebaut sein, zu dem die epidemiologische Lage eine besondere neuerliche Belastung erwarten lässt“, steht in dem Bericht. Die Expertinnen und Experten schreiben von einer „gezielten Auffrischung im September/Oktober zur Dämpfung von Infektionswellen im Herbst“. Daher mache es derzeit wenig Sinn eine Impfpflicht einzusetzen, da erfahrungsgemäß die Infektionen und damit das Risiko von schweren Verläufen im Sommer deutlich sinken.

Die Experten schreiben im Bericht weiter: „Ob und wann die Umsetzung der Impfpflicht aus medizinischen Gründen erforderlich ist, hängt ab von neuen Varianten, Verlauf der Infektionen im Frühling und Sommer, Verlauf des Schwindens der Immunität, Entwicklung der Impfakzeptanz (Auffrischung) und Alternativen zur Impfung.“ Für die nächste Infektionswelle – die ebenfalls erfahrungsgemäß für den Herbst erwartet wird – mache es also Sinn, sich im September und Oktober impfen bzw. auffrischen zu lassen.

Der gesamte Bericht kann auf der Website des Bundeskanzleramts heruntergeladen werden.