Wird Pamela Rendi-Wagner bald die SPÖ-Burgenland als Mitglied in der Bundespartei verlieren? - Fotos: Parlamentsdirektion/ Thomas Topf; iStock.com/ Slavica

Die SPÖ kommt nicht zur Ruhe, die internen Streitereien haben kein Ende: Erneut attackiert die SPÖ-Doskozil-Landesgruppe frontal die Bundespartei und ihre Vorsitzende Pamela Rendi Wagner. Mittlerweile spricht der burgenländische SP-Landesgeschäftsführer sogar über Abspaltungs-Phantasien in der roten Landesgruppe.

 

„Extrem verärgert über Rendi-Wagner“

Nach den offenen Angriffen und nach dem Bruch der Landeshauptleute-Vereinbarung zur Impfpflicht schickte nun Hans Peter Doskozil seinen Landesgeschäftsführer Roland Fürst ins Feld. Dessen von Doskozil auferlegte Mission: Die Schuld für den behaupteten Unmut der Funktionäre in der SPÖ Burgenland der Parteivorsitzenden Rendi-Wagner und ihrer Politik zuzuschieben.

Diesem Wunsch seines Chefs kam Fürst auch rasch nach: So erklärte der SPÖ-Burgenland Landesgeschäftsführer gegenüber der Tiroler Tageszeitung, dass zahlreiche SPÖ-Mitglieder ihre Bundesvorsitzende Rendi-Wagner und die SP-Bundespartei „nicht mehr unterstützen wollen“ und „extrem verärgert seien“.

Die Konsequenz: Einige SPÖ-Bürgermeister und Parteifunktionäre im Burgenland hätten vorgeschlagen, die eigene Landesorganisation von der Bundespartei zu trennen.

 

Abspaltung als Drohung an Rendi-Wagner?

Was Fürst im Auftrag seines Landeschefs damit Rendi-Wagner ausrichten wollte, liegt auf der Hand: Eine Abspaltung der Landesorganisation von der Bundes-SPÖ stellt keinen Tabu-Bruch mehr dar sondern wird bereits offen diskutiert.

Somit sind die Worte des SP-Landesgeschäftsführers auch als Drohung zu verstehen. Auch wenn Doskozil über seinen Geschäftsführer Fürst im Moment noch alle Abspaltungstendenzen negiert, ist die Botschaft für politische Beobachter klar: Doskozil ist bereit, bis zum Äußersten zu gehen, um seinen Willen durchzusetzen und sich selbst ins bestmögliche Licht zu rücken. Dabei nimmt Doskozil keine Rücksicht mehr auf Verluste.