Industriellenvereinigung präsentierte ein von VP-Abgeordneten Theres Niss initiiertes Modell, wie Karrieren von Frauen in technischen Berufen gefördert werden können. Foto: iStock / skynesher

Der Fachkräftemangel allgemein aber in technischen Berufen besonders zählt aktuell zu einer der größten Herausforderungen der heimischen Wirtschaft und Industrie. Die Industriellenvereinigung präsentierte ein von Abg. Theres Niss initiiertes Modell, wie der Fachkräftemangel behoben und Karrieren von Frauen in technischen Berufen gefördert werden können.

 

Unternehmen suchen Fachkräfte

Erst gestern wies Arbeitsminister Martin Kocher bei der Präsentation der aktuellen Arbeitsmarktzahlen für den Monat Jänner auf die rasante Verdoppelung der offene Stellen auf rund 130.00 innerhalb eines Jahres hin. Wären diese offene Stellen besetzt, würde sich die Arbeitslosenzahl schlagartig um ein Drittel reduzieren. Händeringend suchen Unternehmen vom Tourismus bis zur global vernetzten Industrie nach Fachkräften – insbesondere weibliche Fachkräfte.

 

Stiftung für Förderung von Frauen & Fachkräften

Die Industrieellenvereinigung (IV) nimmt sich nun dieser Herausforderung an und möchte den dramatischen Ausmaßen, die der Fachkräftemangel gerade in technischen Berufen genommen hat, entgegenwirken. Unter der Federführung sowie auf Initiative von Theres Niss, Vorstandmitglied der Mitterbauer AG, gründet die IV mit „MINTality“ eine eigens dafür geschaffene Stiftung, die Niss auch als Vorständin vertreten wird.

Die neue Stiftung dient zur Förderung des Fachkräftemangels und zur Stärkung von Frauenkarrieren in technischen Berufen.

Verschärft wird die Problematik auch von der demografischen Entwicklung und so brauche es hier nun eine nachhaltige Trendwende, „denn trotz attraktiver Arbeitsplätze und hervorragender Jobperspektiven sei das Interesse vieler Frauen und Mädchen für die hervorragenden Chancen und Möglichkeiten einer technischen Ausbildung zu gering.

Lediglich ein Viertel aller hochqualifizierten Wissenschafts- und Technikjobs sind in Österreichdurch Frauen besetzt“, so die IV zur aktuellen Lage.

 

Kein Think-Tank sondern ein Do-Tank

IV-Präsident Georg Knill warnt vor einer weiteren Zuspitzung der Lage und unterstreicht die Wichtigkeit dieser Initiative. „Bis 2024 werden weitere 55.000 Fachkräfte in Österreich benötigt. Dieser Mangel hat auch volkswirtschaftliche Auswirkungen. Daher sind Initiativen wie diese enorm wichtig. Ich sehe die Stiftung wie einen Rohstoff. Diesen Diamanten müssen wir nun schleifen, um mehr Mädchen in Mint-Berufe zu bringen“, so Knill bei der Präsentation der Stiftung.

Initiatorin Theres Niss sieht die Stiftung als eine Initiative der Wirtschaft für die Wirtschaft. „Es geht vor allem darum, dass beim Kampf gegen den Fachkräftemangel nicht nur über Möglichkeiten nachgedacht wird, sondern auch konkrete Handlungen gesetzt werden.  Mit einem Stiftungsvolumen von über 1,2 Millionen Euro jährlich bin ich überzeugt, dass wir ganz konkrete Projekte umsetzen können und somit nicht nur ein Think-Tank, sondern auch ein Do-Tank sind“, unterstreicht Niss.

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Fünf Schwerpunkte der neuen Stiftung

Konkret setzt die Stiftung fünf Arbeitsschwerpunkte: Erfolgreiche Projekte zur MINT-Förderung von Mädchen sollen vernetzt und unterstützt werden; Maßnahmen für die innovative PädagogInnen-Fortbildung bei der MINT-Wissensvermittlung und Gendersensibilisierung sollen entwickelt werden; konkrete Projekte sollen dazu beitragen Rollenbilder und Stereotypen aufzubrechen; das digitale Lernspiel „Robitopia“ aus Oberösterreich soll bundesweit ausgerollt werden; ein Begleitprozess für Mädchen, um sie bei der Auswahl ihres Lehrberufs zu unterstützen, soll aufgesetzt werden.

„Wenn Du dabei sein willst, die Welt zu verbessern, trau Dir einen technischen Beruf zu“, appelliert Niss an alle Mädchen.

 

Alte Rollenbilder Mitgrund für Fachkräftemangel

Mit Elisabeth-Engelbrechtsmüller-Strauß, CEO von Fronius hat die neue Stiftung eine prominente Unterstützerin und Aufsichtsratsvorsitzende gewinnen können. Sie sieht im Fachkräftemangel auch ein großes Wachstumshindernis. „Die zukunftsweisende Berufe liegen im Bereich der Technik, Digitalisierung, Mathematik und Naturwissenschaften. Nach wie vor lernen aber viele Mädchen einen Beruf im Dienstleistungsbereich. Traditionelle Rollenbilder sorgen dafür, dass Mädchen und junge Frauen in den Naturwissenschaften viel zu wenig gefördert werden. Die Karrieremöglichkeiten müssen auch allen Frauen zustehen“ meint Engelbrecht-Strauß.

 

Vernetzung privater und staatlicher Institutionen

Insgesamt bilden 9 Unternehmen (Miba, Fronius, TGW, Oberbank, Greiner, Knapp, Magna, Umdasch, A1) und 2 Interessensvereinigungen (IV, WKO) die Gründungsorganisationen der Stiftung. Mit der ISB (Innovationsstiftung für Bildung) als 12. Gründungsorganisation besteht der Link zu den staatlichen Organisationen, insbesondere zum Bildungsbereich. „Wir wollen, dass mehr Innovation und Erneuerung in die Bildungslandschaft kommen. Wir sehen in der neuen Stiftung die Möglichkeit, dass neue Innovationen umgesetzt werden können und die Möglichkeit einer besseren Zusammenarbeit privater und staatlicher Institutionen“ betont Jacob Calice, Vorstand der Innovationsstiftung für Bildung.

Industriellenvereinigung präsentierte ein von VP-Abgeordneten Theres Niss initiiertes Modell, wie Karrieren von Frauen in technischen Berufen gefördert werden können. Foto: iStock / skynesher
Industriellenvereinigung präsentierte ein von VP-Abgeordneten Theres Niss initiiertes Modell, wie Karrieren von Frauen in technischen Berufen gefördert werden können. Foto: iStock / skynesher

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