Pendler haben es derzeit schwer. Die Preise an den Zapfsäulen sind hoch. Die Regierung reagiert und entlastet die Pendler. Foto: istock / fermate

Der russische Angriff auf die Ukraine hat die Energie- und Spritpreise in den vergangenen Wochen auf Höchstwerte getrieben. Für viele Haushalte und Pendler eine enorme finanzielle Belastung. Nach dem Energiegutschein von 150 Euro für jeden Haushalt und dem Teuerungsausgleich kommt jetzt die Entlastung für Pendlerinnen und Pendler. Der Finanzausschuss gab heute grünes Licht, morgen erfolgt im Nationalrat der Beschluss. Volumen: rund 2 Milliarden Euro.

 

Bis zu Vervierfachung der Unterstützung

Die Details: Bis zum 30. Juni 2023 wird das Pendlerpauschale um 50% erhöht sowie der Pendlereuro vervierfacht. Für Negativsteuerbezieher gibt es einen einmaligen negativsteuerfähigen Betrag in Höhe von 100 Euro. Das entspricht einem Entlastungvolumen von über 400 Mio. Euro. Davon profitieren hunderttausende Österreicherinnen und Österreicher, die täglich auf ihr Auto angewiesen sind

 

Was bringt die Entlastung dem einzelnen Pendler?

Die Entlastung fällt aufgrund der Faktoren wie Wegstrecke und einkommen für jeden Pendler unterschiedlich aus. Ein Beispiel zeigt jedoch, mit wie viel Ersparnis Pendler rechnen können.

In einem Haushalt pendeln beide Personen in die Arbeit (und zurück) und haben Anspruch auf ein großes Pendlerpauschale zwischen 40-60 km (Pendelweg 50km, monatliches Bruttoeinkommen 2.800 Euro) bzw. auf ein kleines Pendlerpauschale (Pendelweg 30km, monatliches Bruttoeinkommen 1.000 Euro).

 

Monatliches Bruttoeinkommen 2.800 Euro 1.000 Euro
Pendlerpauschale und Pendlereuro alt 1.058 Euro 200 Euro
Pendlerpauschale und Pendlereuro neu 1.966 Euro 300 Euro
Entlastung 908 Euro 100 Euro


Entlastung 2022 & 2023: Gesamt 1.008 Euro

 

Brunner: „Entlasten in schwierigen Zeiten“

Für Finanzminister Magnus Brunner hat die Bundesregierung schnell reagiert und entsprechen den Maßnahmen eingeleitet „Europa ist von der aktuellen Krisensituation stärker betroffen als andere Regionen. Wir erleben aufgrund der Pandemie und ihrer Nachwirkungen sowie Putins-Angriff zeitgleich zwei Krisen die sich massiv auf die europäischen Volkswirtschaften auswirken. Auch in Österreich spüren wir die dadurch steigenden Preise, vor allem im Bereich der Energie. Als Bundesregierung haben wir schneller reagiert als die meisten anderen EU-Länder und bereits zwei Pakete auf den Weg gebracht, die die Bevölkerung um insgesamt 4 Milliarden Euro entlasten. Die Pakete werden sukzessive umgesetzt und durchlaufen die notwendigen parlamentarischen Prozesse, damit sie im Mai in Kraft treten können. Damit geben wir den Menschen mehr Geld zum Leben und entlasten die Wirtschaft in schwierigen Zeiten“, so Finanzminister Magnus Brunner.

 

Weitere Entlastungen

Da besonders die Gas- und Strompreise eine massive zusätzliche Belastung im täglichen Leben darstellen, werden die spezifischen Energieabgaben (Erdgasabgabe und Elektrizitätsabgabe) bis 30. Juni 2023 um rund 90% gesenkt. Das bedeutet eine Entlastung von rund 900 Mio. Euro.

Zur Unterstützung von Betrieben zum raschen Umstieg auf alternative dekarbonisierte Antriebsformen wird ein Paket von 120 Mio. Euro für 2022 und 2023 zusammengestellt.

Für Windkraft und Photovoltaik Projekte gibt es die Investitionsoffensive Energieunabhängigkeit mit einem Volumen von insgesamt 250 Mio. Euro.