Mehr Solidarität in der Lebensmittelproduktion

Die steigenden Energiepreise werden in der Landwirtschaft genau beobachtet. Foto: BMLRT / Alexander Haiden und Paul Gruber / Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS
Die steigenden Energiepreise werden in der Landwirtschaft genau beobachtet. Foto: BMLRT / Alexander Haiden und Paul Gruber / Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Die steigenden Energiepreise kurz vor Start der Ackerbau-Saison stellen die Landwirtschaft vor eine schwierige Ausgangssituation. Die Landwirtschaft setzt daher auf mehr Solidarität in der Lebensmittelproduktion. Zudem wird im Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus ein Einsatzstab eingerichtet, um die Lage zu beobachten und geeignete Maßnahmen zu setzen.

 

Steigende Preise in der Landwirtschaft

Ein Ackerbaubetrieb braucht im Durchschnitt zwischen 10.000 und 15.000 Liter Diesel für die Lebensmittelproduktion. In der Landwirtschaft ist es Usus, dass man Treibstofftanks vor der Saison befüllt und das passiert in diesen Tagen.  Landwirtschaftliche Maschinen können weniger schnell und nur mit großem Aufwand auf andere Energieformen umgestellt werden, daher sei der Dieselkraftstoff derzeit Alternativlos, so eine Aussendung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT). Vor einem Jahr hat ein landwirtschaftlicher Betrieb zum Befüllen seiner Tanks noch 17.400 Euro bezahlt und jetzt sind es bereits rund 30.000 Euro, so das BMLRT.

„Klar ist, wir werden unsere Bäuerinnen und Bauern nicht im Stich lassen. Wir müssen unsere Lebensmittelproduktion absichern, das muss jetzt unser Ziel sein. Jeder Cent, um den der Diesel an der Zapfsäule teurer wird, bringt unsere Bäuerinnen und Bauern mehr unter Druck“, erläutert Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger in einer Aussendung.

 

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Treibstoffpreise durch Solidarität abfedern

Für die Landwirtschaft gebe es eine Möglichkeit die Treibstoffpreise abzufedern – die Solidarität des Handels. In den letzten Jahren hat der Handel gut verdient – das sieht man am Beispiel von Kalbfleisch: In den vergangen 10 Jahren hat 1 kg Kalbfleisch um 8 Euro mehr gekostet. 1 Euro davon ist beim Landwirt angekommen. 7 Euro bei den Verarbeitern und beim Handel, beschreibt das BMLRT.

„Mehr denn je ist der Handel aufgefordert, endlich Solidarität zu zeigen und einen echten Beitrag zu leisten. Was es jetzt endlich braucht, ist die Solidarität des Handels, um die Situation abzufedern. Der Handel und die Verarbeitung müssen jetzt den Bäuerinnen und Bauern bei den Mehrkosten zur Seite stehen und auf Margen verzichten“, so Köstinger.

 

Ausblick

Derzeit sei die Versorgung mit Lebensmitteln und agrarischen Rohstoffen gesichert. Im Gegensatz zu anderen EU-Mitgliedsstaaten importiert Österreich keinen Mais aus der Ukraine. Im Bereich Ölsaaten und Futtermittel kann es zu geringeren Importen kommen, die aber kompensiert werden können, heißt es aus dem Ministerium.

Durch den Überfall Russlands auf die Ukraine werden die Preise auf den Agrar- und Betriebsmittelmärkten jedoch durch die Decke schießen, so Bauernbund-Präsident und VP-Abgeordneter Georg Strasser in einer Aussendung. „Im Ministerium wurde ein Krisenstab eingerichtet, der sich mit der Gewährleistung der Versorgung mit Lebensmitteln, aber auch mit Betriebsmitteln auseinandersetzt“, erklärte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. Man beobachte die Situation genau und wenn es zu Verwerfungen kommt, kann schnell reagiert werden, so Köstinger abschließend.

„Das Ministerium steht dabei im ständigen Austausch mit Vertretern aus der Wirtschaft und den Verbänden. Wo nötig und möglich werden rasch stabilisierende Maßnahmen gesetzt,“ so Strasser über den Krisenstab.