Wahlkampf macht aus Haimbuchner und Kickl neue Freunde

Lange ein ungleiches Paar: Manfred Haimbuchner und Herbert Kickl, doch nun im Wahlkampf ein Herz und eine Seele. - Fotos: Land OÖ/ Daniel Kauder; Florian Schrötter
Lange ein ungleiches Paar: Manfred Haimbuchner und Herbert Kickl, doch nun im Wahlkampf ein Herz und eine Seele. - Fotos: Land OÖ/ Daniel Kauder; Florian Schrötter

Sie gelten als ungleiches Paar: Lange Zeit positionierte sich der FPÖ-Oberösterreich Chef Manfred Haimbuchner gegen seinen FP-Bundesobmann Herbert Kickl. So stellte sich Haimbuchner etwa gegen Kickls radikale Ablehnung der von der Bundesregierung eingeleiteten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Doch ein Blick nach Oberösterreich im Landtagswahlkampf zeigt: Kickl und Haimbuchner sind sich viel näher, als Haimbuchner das bisher darstellte. Das offenbart sich etwa in öffentlichen Auftritten der beiden. Wer also Haimbuchner unterstützt, befürwortet auch Kickl und seine Anbiederungen nach ganz Rechtsaußen, zeigt eine Analyse von Zur-Sache.

 

Wo Haimbuchner sich vor Kurzem noch unterscheiden wollte

Noch vor kurzem herrschte scheinbar Eiszeit zwischen den beiden FPÖ-Politikern. Ein Blick in das Medienarchiv bestätigt das: Während Herbert Kickl sich etwa bis heute als Vertreter der Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker positioniert, erklärte FP-Oberösterreich Chef Haimbuchner, dass „die Impfung ein probates Mittel“ ist. „Ich bestreite das nicht“, erklärte Haimbuchner zur Wirksamkeit der Corona-Impfung. Herbert Kickl hingegen marschierte mit Rechtsextremen & Corona-Leugnern durch Wien und hetzte gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung. Statt der Impfung, die Kickl ablehnt, sprach sich der FPÖ-Chef für die Einnahme von Vitaminpräparaten aus.

Zudem galt Haimbuchner als deklarierter Unterstützer von Ex-FPÖ-Parteiobmann Norbert Hofer: Bei den parteiinternen Grabenkämpfen um die FPÖ-Obmannschaft war Haimbuchner klar dem Hofer-Lager zuzuordnen. Auch nach Hofers Rückzug wollte Haimbuchner Kickl nicht öffentlich unterstützen. Bei der Kür von Herbert Kickl zum Bundesparteiobmann der FPÖ verlies Haimbuchner die Präsidiumssitzung schließlich frühzeitig.

 

Gemeinsame Auftritte

Gemeinsame Auftritte in Oberösterreich zeigen nun auf, dass sich Kickl und Haimbuchner in Wirklichkeit nicht unterscheiden. So wurde etwa am Montag, dem 14. September ein gemeinsamer Auftritt von Kickl und Haimbuchner in Freistadt absolviert. Am 17. September sind beide FP-Politiker etwa auch in Ried anzutreffen. Haimbuchner hat nun offensichtlich keine Scheu mehr, mit Kickl auf Stimmenfang zu gehen.

Auch einige Aussagen Haimbuchners bestätigen das Bild, dass sich für viele in den diesen Wochen gezeichnet hat. So kamen vom einst kritischen FPÖ-Oberösterreich Chef nur Worte des Zusammenhaltes in Richtung Kickl: Lieber Herbert, den Zusammenhalt wirst du spüren. Du wirst auch die Kraft meiner Landesgruppe spüren“ oder „Zusammenhalt ist etwas, das unbedingt erforderlich ist, damit man eine erfolgreiche Politik machen kann“.

 

„Wir werden das gemeinsam planen“

Wie weit Kickl in die Planung und die Durchführung des Wahlkampfes der FPÖ-Oberösterreich wirklich involviert ist, zeigt auch die mediale Berichterstattung: „Ein Bundesparteiobmann spielt in jedem Wahlkampf eine Rolle. Das ist logisch. Wir werden das gemeinsam planen“, so Haimbuchner über die Aufgabe Kickls in Oberösterreich.

Dabei bleibt die Frage, ob es der Wahlkampf in Oberösterreich ist, der Haimbuchner und Kickl zu neuen Freunden macht? Die Vorgänge verdeutlichen jedenfalls, dass sich Haimbuchner und Kickl nicht voneinander unterscheiden. Das hat Folgen: Wer Haimbuchner wählt, stärkt somit auch den radikalen Herbert Kickl und dessen Anbiederungen an ganz Rechtsaußen.