Das macht den Unterschied in der Impfquote

Information soll die Impfquote anheben, erklären Bildungsminister Martin Polaschek und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. iStock.com/ titoOnz, Zur Sache
Information soll die Impfquote anheben, erklären Bildungsminister Martin Polaschek und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. iStock.com/ titoOnz, Zur Sache

Der Anteil der geimpften Personen ist in den Bevölkerungsgruppen äußerst unterschiedlich. Bildung und Beruf machen den Unterschied, ergab eine Analyse der Statistik Austria im Auftrag des Bildungs- und des Gesundheitsministeriums.

Je höher das Bildungsniveau ist, desto höher ist die Impfquote. Im Info-Papier der gestrigen Pressekonferenz von Bildungsminister Martin Polaschek, Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein und Statistik Austria-Chef Tobias Thomas heißt es dazu wörtlich:

 

Studierende führen die Impfquote an

Die Branche mit der höchsten Impfrate ist mit rund 79 % der Informations- und Kommunikationsbereich (alle Zahlen Stichtag 30. 11. 2021). Vergleichsweise hoch sind Quoten im Bereich Erziehung und Unterricht (82%). Die Lehrkräfte allein liegen bereits bei 85%, die AHS-Lehrkräfte bei über 90%. Die Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren sind bereits zu 55% geimpft. Das ist ein Plus von 12 Prozentpunkten im Vergleich zu Ende September. In der AHS-Oberstufe gibt es sogar schon zu 72% Vollimmunisierte. Die Studierenden sind zu 86% geimpft und liegen damit deutlich über dem Schnitt der gleichaltrigen Bevölkerungsgruppe.

 

Staatsbürger liegen voran

Die Impfquote unterscheidet sich auch stark je nach Staatsbürgerschaft: Der Impfstatus der österreichischen Staatsbürger liegt mit knapp 70 % deutlich über jener von Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. (52 %). Bei der Betrachtung nach Geburtsland ist der Unterschied mit rund fünf Prozentpunkten weniger stark ausgeprägt (in Österreich Geborene: 68 %, nicht in Österreich Geborene: 63 %).

 

Regierung setzt auf Aufklärung

Für Bildungsminister Polaschek zeigen die Zahlen „einmal mehr, wie wichtig Bildung auch im Zusammenhang mit der eigenen Gesundheit ist“, denn je höher das Bildungsniveau, umso höher sei die Impfquote. Polaschek: „Wir sehen also, dass es weiterhin Informationsarbeit und Aufklärung braucht.“

Genau diese Information können nun noch gezielter erfolgen, wie Gesundheitsminister Mückstein ergänzte: „Anhand der Auswertung sehen wir nicht nur, wo die Impfkampagne bereits erfolgreich war, sondern vor allem, wo wir noch genauer hinsehen müssen. Diese Zahlen werden uns dabei helfen, in Zukunft noch zielgruppenspezifischer Aufklärungsarbeit zu betreiben und bislang Unentschlossene abzuholen.“

Auf die Unterschiede in den Impfquoten verwies Generaldirektor Thomas, denn auch zwischen den Wirtschaftszweigen „bestehen erhebliche Unterschiede“: Während in den Berufen von Information und Kommunikation 79 % der Tätigen geimpft sind, beträgt der Anteil der Geimpften in Beherbergung und Gastronomie nur 66 %, im Handel 65 % und im Bauwesen 56 %.

Die Auswertung des Impfgeschehens nach sozioökonomischen Merkmalen ermöglicht, dass Impfkampagnen und andere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zielgenauer erfolgen können. Insgesamt können die sozioökonomischen und demographischen Einflussfaktoren die Impfentscheidung nur zu einem gewissen Teil erklären.