Köstinger setzt sich vor EU für Ernährungssicherheit ein

Foto: BMLRT / Paul Gruber / iStock zhaojiankang
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Die Ukraine ist einer der wichtigsten Lebensmittellieferanten Europas. Durch den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine wird die Lieferkette aus der Ukraine unterbrochen. Es braucht nun Maßnahmen, um die Ernährungssicherheit der EU herzustellen. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger setzt sich schon im Vorfeld des EU-Agrargipfels dafür ein.

 

Lebensmittelausfälle durch russischen Angriffskrieg

Die Ukraine galt bisher als die „Kornkammer Europas“. Durch den Krieg werden nun Ernteausfälle von bis zu 60 % erwartet. Je nach Kampfhandlungen können sich diese Ausfälle noch steigern. Erschwerend kommt hinzu, dass der größte ukrainische Seehafen in Odessa gesperrt ist.

„Die Versorgung mit Lebensmitteln ist in den vergangenen Jahrzehnten für uns selbstverständlich geworden. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine zeigt einmal mehr die dringende Notwendigkeit, dass sich ein starkes Europa selbst mit Lebens- und Futtermitteln versorgen können muss“, so Ministerin Köstinger.

 

EU-Eiweißstrategie unter Österreichischer Regie

Um die Ausfälle für den europäischen Lebensmittelmarkt zu kompensieren und die EU unabhängiger von Lebensmittelimporten zu machen, sollen nun Maßnahmen getroffen werden.

Laut Landwirtschaftsministerium unterstützen dabei bislang 20 Staaten den österreichischen Vorstoß für eine europäische Eiweißstrategie. Für Ministerin Köstinger brauche es „endlich“ eine EU-weite Eiweißstrategie, „um bei Futtermitteln unabhängiger von Drittländerimporten zu werden.“ Köstinger selbst forciere dieses Thema seit 2018.

Unter anderem soll die europäische Produktion von pflanzlichem Eiweiß erhöht werden, damit die EU weniger abhängig von Futtermittelexporten aus Drittstaaten ist. Deswegen brauche es eine eigene EU-Eiweißstrategie, so das Landwirtschaftsministerium.

 

EU-Maßnahmenpaket für mehr Lebensmittelsicherheit

Abgesehen von der Eiweißstrategie soll ein EU-Maßnahmenpaket zu folgenden Punkten kommen:

  • Mit einer Ausnahmeregelung sollen Bracheflächen genutzt werden können. In Österreich entspricht das einer Fläche von 9.000 Hektar zusätzlicher Nutzfläche.
  • Für flächen- und tierbezogene Maßnahmen im Rahmen der ländlichen Entwicklung soll es Vorschusszahlungen von Direktzahlungen geben.
  • Die Agrarmärkte sollen stärker beobachtet werden, insbesondere die Lebens- und Futtermittelmärkte.
  • Regelungen zur Ermöglichung von staatlichen Beihilfen sollen geschaffen werden.