Fachkräfte dringend gesucht

Österreich braucht Fachkräfte und mehr Frauen in Vollzeitarbeit: Arbeitsminister Martin Kocher. Fotos: BKA/ Andy Wenzel; iStock.com/ Morsa Images
Österreich braucht Fachkräfte und mehr Frauen in Vollzeitarbeit: Arbeitsminister Martin Kocher. Fotos: BKA/ Andy Wenzel; iStock.com/ Morsa Images

Der Fachkräftebedarf ist eine der großen Herausforderungen am Arbeitsmarkt. Auf Grund der demografischen Entwicklung wird sich das Problem in den nächsten Jahren verschärfen. Ein Fachkräftebarometer soll dem abhelfen, sagte Arbeitsminister Martin Kocher.

 

Angebot und Nachfrage erheben

Derzeit fehlt allerdings eine koordinierte Erfassung, um die größten Potenziale und Probleme hinsichtlich der Fachkräftesituation in Österreich aufzuzeigen. Deshalb startet Arbeitsminister Martin Kocher gemeinsam mit der Statistik Austria das Projekt „Fachkräftebarometer“.

Damit wird es künftig möglich sein, den Bedarf an Fachkräften besser und zuverlässiger abbilden zu können. „Mit dem Fachkräftebarometer als Screening-Tool können wir künftig noch besser und schneller auf die Entwicklungen am Arbeitsmarkt eingehen“, erklärte Kocher. Davon profitieren sowohl die Betriebe, als auch die Fachkräfte.

Das Barometer ist eine Art von „Nachschlageplattform“, die das Angebot an Fachkräften darstellt, aber auch die Nachfrage nach Fachkräften. Diese Informationen aus dem Fachkräftebarometer können zudem für die Bildungspolitik als wichtige Hinweise genutzt werden.

 

Hoher Mangel an Arbeitskräften

Der Mangel an Arbeitskräften werde in den nächsten Jahren alleine wegen der demografischen Entwicklung deutlich zunehmen, erläuterte Tobias Thomas, Generaldirektor der Statistik Austria. Derzeit habe Österreich 9 Millionen Einwohner, bis 2080 werden 10 Millionen Einwohner erwartet. Allerdings werde sich dieses Wachstum der Bevölkerung vor allem in der Altersgruppe der über 65-Jährigen ergeben. Dies bedeutet, dass das relative Arbeitskräftepotential im Verhältnis zur Bevölkerung kleiner wird. Daher wird sich der Mangel an Arbeitskräften weiter verschärften.

Für das Fachkräftebarometer spreche weiters der Umstand, dass das Arbeitsmarktservice derzeit rund 112.000 offene Stellen verbucht. Die Stellenerhebung der Statistik Austria kommt allerdings auf 162.000 offene Stellen. Dies bedeutet, dass von den Betrieben nicht alle offenen Stellen an das AMS gemeldet werden.

 

Ab 2023 online abrufbar

Die Arbeiten am Projekt beginnen jetzt. Die Statistik Austria entwickelt Erhebungen, um für Berufe und Qualifikationen das Angebot und die Nachfrage darzustellen. Noch heuer sollen gegen Jahresende erste Ergebnisse der Projektarbeit vorliegen, ab 2023 soll das Fachkräftebarometer als online-Toll allgemein abrufbar sein.