ÖVP Wien Gesundheits- und Sozialsprecherin Ingrid Korosec

Die Stadt Wien entscheidet sich wie so oft wieder einmal für den Sonderweg und verzichtet auf bereitgestellte Ressource im Pflegebereich. Gesamt 54,2 Mio. Euro stünden Österreich von der Europäischen Kommission für die Umsetzung von Community Nursing zur Verfügung. Trotz immerwährender Probleme im Wiener Gesundheitssystem, wurden für Wien lediglich drei von insgesamt 123 Anträgen für EU-geförderte Community Nurses bewilligt.

 

Geförderte Pflegekräfte von der EU

Die Corona-Krise hat nochmal mehr gezeigt, wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitssystem ist. Insbesondere auch eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung. Jedes Bundesland hatte die Möglichkeit Anträge für die Bereitstellung zusätzlicher Pflegekräfte einzureichen. Insgesamt wurden 123 Anträge für Österreich bewilligt. Davon nur drei in Wien – im Vergleich dazu, in Niederösterreich waren es 32.

 

Community Nurses – mobile Bezirkspflegekräfte

Das neue Konzept des „Community Nursing“ ist mittlerweile in ganz Europa angekommen. Konkret handelt es sich dabei um diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen, die als mobile „Bezirkspflegekräfte“ unterwegs sind. Ihr Sinn liegt in der stärkeren Information, Unterstützung und Beratung für zuhause-wohnende ältere Personen. Dabei wird pflegebedürftigen Personen erleichtert auch im hohen Alter ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Mehr über das Konzept des „Community Nursings“ finden Sie hier

 

Stadt Wien sieht keinen Handlungsbedarf

Die Reaktion von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker auf eine Anfrage der Wiener ÖVP lässt Fragen weiterhin offen. Laut der Stadt, habe man bereits über den FSW (= Fonds Soziales Wien) Beratungsangebote gemacht. Diese decken laut der Wiener ÖVP aber bei Weitem nicht die Rolle einer Pflegekraft ab. Es ist völlig unverständlich, wieso die Stadt Wien diese Möglichkeit nicht besser ausgenützt hat und auf Pflegekräfte in den Wiener Grätzln verzichtet. Gerade im Hinblick auf die sinkende Anzahl an Kassen-Hausärzten sowie die stockende Umsetzung der PVE müsste die Stadt diese Bezirkspflegekräfte mit Handkuss nehmen. Stattdessen wurde diese Chance durch die Stadt verschlafen“, erklärte ÖVP Wien Gesundheits- und Sozialsprecherin Ingrid Korosec.

Das freiwillige Verzichten auf Ressourcen ist besonders im Hinblick auf die sinkende Anzahl an Kassenärzten, die stockende Errichtung von Ärztezentren und die Lehren aus Corona-Krise unverständlich.

 

Besondere Herausforderung für Flächenbezirke

Auch wenn Wien als Großstadt spezielle Herausforderungen hat, ist die Primärversorgung auch in der Hauptstadt von großer Bedeutung. Gerade in Flächenbezirken müssen Personen oft eine größere Distanz bis zur nächsten Gesundheitsversorgung zurücklegen. Die meisten sind auf ein Auto angewiesen und würden von mehr Community Nurses profitieren.

Der stellvertretende Bezirksvorsteher aus Liesing, Patrick Gasselich, erklärt: „Gerade bei einem so wichtigen Zukunftsthema wie Pflege und Gesundheit ist es mehr als nur unverständlich, dass man in Wien gerade in Flächenbezirken wie Liesing freiwillig auf bereitgestellte Ressourcen verzichtet. Mobile Pflegekräfte bieten gerade für ältere Personen eine sehr wichtige Unterstützung und Beratung im Alltag. Mit Blick auf die sinkende Anzahl an Kassen-Hausärzten sowie die stockende Umsetzung der Ärztezentren müsste die Stadt diese Ressourcen eigentlich mit dem größten Vergnügen annehmen.“