Staatssekretärin Plakolm präsentierte mit Gesundheitsminister Mückstein und Unterrichtsminister Polaschek "Gesund aus der Krise". Foto: Bka-Christoph Dunker

Tausende Jugendliche litten psychisch unter den Folgen der Corona-Pandemie besonders stark. Für sie wurde ein Beratungs- und Betreuungsangebot erstellt und mit 12,2 Millionen Euro dotiert. Ein Anruf für Hilfe genügt, erklärte die Staatssekretärin für Jugend, Claudia Plakolm, bei der Präsentation der Initiative „Gesund aus der Krise“.

 

Start erfolgt im März

Mit Ende März 2022 startet die Initiative „Gesund aus der Krise“, wofür 12,2 Millionen Euro eingesetzt werden. Weitere 800.000 Euro gehen als separate Förderung an die ARGE Frauengesundheitszentren. Ziel ist die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bei der Bewältigung psychosozialer Probleme in Folge der Covid-19-Krise, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Staatssekretärin Plakolm mit Unterrichtsminister Martin Polaschek und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein.

 

Therapie für Jugendliche bis 21 Jahren

„Man kann mit Recht sagen: Es brennt an allen Ecken und Enden“, sagte Plakolm bei der Präsentation am Freitag in Wien. „Mit dem heutigen Paket werden wir an einem dieser Enden beginnen zu löschen, konkret im Bereich des Zugangs zu Therapieplätzen für junge Menschen bis 21 Jahre“, sagte Plakolm.

 

Ein Schritt bis zur Therapie

Wie das gelingen soll? „Das tun wir, indem wir einen One-Stop-Shop von der Erstberatung bis zur tatsächlichen Therapie schaffen, bei dem sich junge Menschen weder um den Therapieplatz an sich, noch um eine Kostenerstattung kümmern müssen. Wir nehmen damit jungen Menschen, aber auch deren Familien, den Rucksack der Bürokratie ab und stellen sicher, dass sie ohne weitere bürokratische Hürden zu Hilfe kommen.“

 

Die Eckpunkte der Initiative

  • Es wird eine neue Beratungsstelle als Anlaufstelle für junge Menschen mit psychischen Problemen eingerichtet. Diese ist mindestens 50 Stunden pro Woche über Telefon und Messanger-Dienste erreichbar. Die Mitarbeiter sind mehrsprachig, die Beratung ist anonym.
  • Die Beratungsstelle dient als erste Anlaufstelle und führt direkt ein Clearing durch. Es kann umgehend eine Anmeldung für weitere Beratung erfolgen oder das Angebot eines Rückrufs wegen Behandlung.
  • Behandler aus dem Pol können sich mit schriftlichem Förderantrag für das Programm anmelden; als Behandler stehen Psychotherapeut/innen und Klinische Psycholog/innen mit Spezialisierung bzw. Schwerpunkt im Kinder- und Jugendbereich zur Verfügung.
  • Wenn nach dem Erstgespräch eine kontinuierliche Beratung bzw. Behandlung der hilfesuchenden Person erforderlich erscheint, steht verdoppelungsfähiges Basiskontingent von 15 Stunden pro Jugendlichem zur Verfügung; eine Behandlung von Gruppen ist möglich.
  • Insgesamt sind 12,2 Mio. Euro an gesamten Projektvolumen vorgesehen; diese ermöglichen 105 Euro für Einzelbehandlungen bzw. 120 Euro für Gruppenbehandlungen und Workshop-Stunden vorgesehen. Damit sollten 6.000 Einzelbehandlungen und 1.600 Gruppenbehandlungen möglich sein.
Staatssekretärin Plakolm präsentierte mit Gesundheitsminister Mückstein und Unterrichtsminister Polaschek "Gesund aus der Krise". Foto: Bka-Christoph Dunker
Staatssekretärin Plakolm präsentierte mit Gesundheitsminister Mückstein und Unterrichtsminister Polaschek "Gesund aus der Krise". Foto: Bka-Christoph Dunker

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