Viele Corona-Hilfen haben während der Pandemie hunderttausende Unternehmen und Arbeitsplätze gerettet. Foto: istock / Corinna71

Vor zwei Jahren hat die Bundesregierung die ersten COVID-Wirtschaftshilfen gestartet, das Parlament die gesetzlichen Weichen dafür gestellt. Mittlerweile wurde ein Volumen an Auszahlungen und Genehmigungen in Höhe von rund 42 Mrd. Euro erreicht. Teile davon sind Garantieren und werden nicht schlagend. Nun liegen auch erstmals detaillierte Bundesländer-Zahlen vor.

 

Was damit erreicht wurde? Mit diesen Hilfen konnten Unternehmen erhalten werden, die Kurzarbeit sicherte mehr als 1,3 Mio. Arbeitsplätze, eine Insolvenzwelle konnte verhindert werden. Auch Wirtschaftsforscher bestätigen, dass die Hilfen richtig waren und gewirkt haben.

Dazu meinte Finanzminister Magnus Brunner, dessen Ressort diese Woche über die Corona-Hilfen berichtete: „Die vergangenen zwei Jahre standen ganz im Zeichen der Bekämpfung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Dafür haben wir rasch verschiedene Hilfsinstrumente beschlossen, die wir laufend an die Entwicklung der Pandemie und an die Rückmeldungen der Unternehmen angepasst und so noch treffsicherer gestaltet haben.“

Eine Übersicht zeigt die zehn unterschiedlichen Instrumente und die dafür jeweils aufgewendeten Budgetmittel:

Die Corona-Hilfen im Detail. Fast 42 Milliarden Euro wurden ausgegeben bzw. zugesagt. Quelle: BMF

Die Corona-Hilfen im Detail. Fast 42 Milliarden Euro wurden ausgegeben bzw. zugesagt. Quelle: BMF

Hilfen laufen aus – Kurzarbeit als wichtiger Anker für sichere Arbeitsplätze

Mit Anfang April läuft ein Großteil der breitenwirksamen Hilfen aus, auch weil es nicht mehr behördliche Schließungen ganzer Branchen gibt. Rund ein Viertel der Wirtschaftshilfen ging direkt an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (v.a. Kurzarbeit). In einem normalen Jahr gibt es ca. 5.000 Insolvenzen in Österreich, in den vergangen 2 Jahren waren es jährlich nur 3.000.

„Allein über die Kurzarbeit haben wir 1,3 Millionen Arbeitsplätze in Österreich gerettet„, sagt Brunner. „Hinter jeder Firma, die wir durch die Krise gebracht haben, stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Familieneinkommen, die wir gestützt haben. Zuletzt wurden die Wirtschaftshilfen immer weniger stark genutzt und die weitreichenden Öffnungsschritte verstärken diese positive Tendenz“, erklärt der Finanzminister.

Erstmals Bundesländerzahlen

Nun liegen auch erstmals detaillierte Zahlen über die Verteilung der Hilfsgelder nach Bundesländer vor. Sie geben Auskunft darüber, welche Hilfsgelder abgerufen wurden und in welchem Ausmaß die Kurzarbeit in Anspruch genommen wurde.

Burgenland

Im Burgenland konnten von den Hilfen, die von der COFAG abgewickelt werden, bis März 2022 schon über 32.000 Anträge mit einem Volumen von knapp 245 Mio. Euro ausbezahlt werden. Am breitesten gewirkt hat der Ausfallsbonus, wo im Burgenland knapp 88 Mio. Euro bisher genehmigt und ausbezahlt wurden. Ein Löwenanteil von den ausbezahlten Hilfen geht an die Beherbergung und Gastronomie (über ein Drittel der ausbezahlten Summe), wobei auch beim von der Krise stark getroffenen Handel (knapp 22 % der ausbezahlten Summe) umfassend durch die Hilfsmaßnahmen unterstützt wird.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der COVID-19-Kurzarbeit bisher mit Zahlungen von rund 220 Mio. Euro über 32.000 Arbeitsplätze gefördert.

 

Kärnten

In Kärnten konnten von den Hilfen, die von der COFAG abgewickelt werden, bis März 2022 fast 70.000 Anträge mit einem Volumen von knapp 550 Mio. Euro ausbezahlt werden. Am breitesten gewirkt hat der Ausfallsbonus, wo in Kärnten über 200 Mio. Euro genehmigt und ausbezahlt werden konnten. Ein Löwenanteil von den ausbezahlten Hilfen geht an die Beherbergung und Gastronomie (knapp 45 % der ausbezahlten Summe), wobei auch beim von der Krise stark getroffenen Handel (fast 15 % der ausbezahlten Summe) umfassend durch die Hilfsmaßnahmen unterstützt wird.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der COVID-19-Kurzarbeit bisher mit Zahlungen von knapp 380 Mio. Euro fast 61.000 Arbeitsplätze gefördert.

 

Niederösterreich

In Niederösterreich konnten von den Hilfen, die von der COFAG abgewickelt werden, bis März 2022 fast 182.000 Anträge mit einem Volumen von über 1,3 Mrd. Euro ausbezahlt werden. Am breitesten gewirkt hat der Ausfallsbonus, wo in Niederösterreich knapp 520 Mio. Euro genehmigt und ausbezahlt werden konnten. Ein Löwenanteil von den ausbezahlten Hilfen geht an die Beherbergung und Gastronomie (über 30 % der ausbezahlten Summe), wobei auch beim von der Krise stark getroffenen Handel (knapp 23 % der ausbezahlten Summe) umfassend durch die Hilfsmaßnahmen unterstützt wird.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der COVID-19-Kurzarbeit bisher mit Zahlungen von über 1,6 Mrd. Euro mehr als 215.000 Arbeitsplätze gefördert.

 

Oberösterreich

In Oberösterreich konnten von den Hilfen, die von der COFAG abgewickelt werden, bis März 2022 fast 149.000 Anträge mit einem Volumen von über 1,3 Mrd. Euro ausbezahlt werden. Am breitesten gewirkt hat der Ausfallsbonus, wo in Oberösterreich knapp über 460 Mio. Euro genehmigt und ausbezahlt werden konnten. Ein Löwenanteil von den ausbezahlten Hilfen geht an die Beherbergung und Gastronomie (rund 32 % der ausbezahlten Summe), wobei auch beim von der Krise stark getroffenen Handel (über 20 % der ausbezahlten Summe) umfassend durch die Hilfsmaßnahmen unterstützt wird.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der COVID-19-Kurzarbeit bisher mit Zahlungen von über 1.630 Mio. Euro mehr als 272.000 Arbeitsplätze gefördert.

 

Salzburg

In Salzburg konnten von den Hilfen, die von der COFAG abgewickelt werden, bis März 2022 über 100.000 Anträge mit einem Volumen von fast 1,3 Mrd. Euro ausbezahlt werden. Am breitesten gewirkt hat der Ausfallsbonus, wo in Salzburg knapp 500 Mio. Euro genehmigt und ausbezahlt werden konnten. Ein Löwenanteil von den ausbezahlten Hilfen geht an die Beherbergung und Gastronomie (knapp 48 % der ausbezahlten Summe), wobei auch beim von der Krise stark getroffenen Handel (über 15% der ausbezahlten Summe) umfassend durch die Hilfsmaßnahmen unterstützt wird.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der COVID-19-Kurzarbeit bisher mit Zahlungen von über 790 Mio. Euro knapp 110.000 Arbeitsplätze gefördert.

 

Steiermark

In der Steiermark konnten von den Hilfen, die von der COFAG abgewickelt werden, bis März 2022 über 142.000 Anträge mit einem Volumen von über 1,2 Mrd. Euro ausbezahlt werden. Am breitesten gewirkt hat bisher der Ausfallsbonus, wo in der Steiermark fast 440 Mio. Euro genehmigt und ausbezahlt werden konnten. Ein Löwenanteil von den ausbezahlten Hilfen geht an die Beherbergung und Gastronomie (knapp 40 % der ausbezahlten Summe), wobei auch beim von der Krise stark getroffenen Handel (über 17 % der ausbezahlten Summe) umfassend durch die Hilfsmaßnahmen unterstützt wird.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der COVID-19-Kurzarbeit bisher mit Zahlungen von über 1.150 Mio. Euro mehr als 175.000 Arbeitsplätze gefördert.

 

Tirol

In Tirol konnten von den Hilfen, die von der COFAG abgewickelt werden, bis März 2022 über 146.000 Anträge mit einem Volumen von knapp 2 Mrd. Euro ausbezahlt werden. Am breitesten gewirkt hat bisher der Ausfallsbonus, wo in Tirol über 760 Mio. Euro genehmigt und ausbezahlt werden konnten. Ein Löwenanteil von den ausbezahlten Hilfen geht an die Beherbergung und Gastronomie (fast 55 % der ausbezahlten Summe), wobei auch beim von der Krise stark getroffenen Handel (knapp 15 % der ausbezahlten Summe) umfassend durch die Hilfsmaßnahmen unterstützt wird.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der COVID-19-Kurzarbeit bisher mit Zahlungen von knapp 860 Mio. Euro mehr als 105.000 Arbeitsplätze gefördert.

 

Vorarlberg

In Vorarlberg konnten von den Hilfen, die von der COFAG abgewickelt werden, bis März 2022 über 40.000 Anträge mit einem Volumen von über 550 Mio. Euro ausbezahlt werden. Am breitesten gewirkt hat der Ausfallsbonus, wo in Vorarlberg über 205 Mio. Euro genehmigt und ausbezahlt werden konnten. Ein Löwenanteil von den ausbezahlten Hilfen geht an die Beherbergung und Gastronomie (über 45 % der ausbezahlten Summe), wobei auch beim von der Krise stark getroffenen Handel (über 15 % der ausbezahlten Summe) umfassend durch die Hilfsmaßnahmen unterstützt wird.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der COVID-19-Kurzarbeit bisher mit Zahlungen von knapp 420 Mio. Euro mehr als 65.000 Arbeitsplätze gefördert.

 

Wien

In Wien konnten von den Hilfen, die von der COFAG abgewickelt werden, bis März 2022 über 240.000 Anträge mit einem Volumen von über 2,7 Mrd. Euro ausbezahlt werden. Am breitesten gewirkt hat der Ausfallsbonus, wo in Wien fast 1 Mrd. Euro genehmigt und ausbezahlt werden konnten. Ein Löwenanteil von den ausbezahlten Hilfen geht an die Beherbergung und Gastronomie (über 35 % der ausbezahlten Summe), wobei auch beim von der Krise stark getroffenen Handel (über 15 % der ausbezahlten Summe) umfassend durch die Hilfsmaßnahmen unterstützt wird.

Darüber hinaus wurden im Rahmen der COVID-19-Kurzarbeit bisher mit Zahlungen von über 2.400 Mio. Euro mehr als 300.000 Arbeitsplätze gefördert.

 

Finanzminister dankt COFAG

Für die Abwicklung aller COVID-Hilfen dankte der Finanzminister der zuständigen COFAG. „Die COFAG hat sich durch professionelle Arbeit bei der Abwicklung der Anträge als effizienter und verlässlicher Partner der Unternehmen erwiesen. Damit hat sie auch für die schnellstmögliche Überprüfung und Auszahlung der Anträge gesorgt. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren hohen Arbeitseinsatz. Internationale Wirtschaftsforscher und Unternehmen mit Erfahrungswerten aus anderen Ländern bestätigen, dass Österreich schneller und großzügiger geholfen hat als andere Staaten.“